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Tag 2 – Erkundungstour

Da wir ja nicht wie erwartet in St. Julian gelandet sind, haben wir uns von der Vermieterin ein Fahrzeug vermitteln lassen. Das Ganze glich einer Geheimdienst-Aktion. Die Übergabe des Mini-Wagens fand auf einer Tankstelle beim Flughafen statt. Der Vermieter? Nicht anwesend, sondern gerade auf See und sein Mobile kaum Empfang. Den Schlüssel bekommen wir von einem Security-Mann. Er weiss zwar selber nicht wirklich mehr, aber er scheint Sergio (den Fahrzeughalter und Vermieter) und auch dessen Vater zu kennen. Immerhin werden die Informationen meines Führerausweises auf einem Fresszettel notiert. Uns soll es recht sein, wir sind per sofort mobil.

Kurzer Check der diversen vorhandenen Beulen und dann schnell die wichtigsten Hebel und Knöpfe erklären lassen. Ich sitze zum ersten Mal am Steuer eines links-geschalteten Mietfahrzeuges. Schalten mit links, das sollte ich problemlos hinkriegen, aber ich vertauschte öfter Blinker und Scheibenwischer. Das wird wohl noch länger dauern. So brausen wir los Richtung Ħaġar Qim, um mehrere alte Tempelanlagen zu besichtigen. Die sollen gemäss Guide zwischen 3600 bis 2500 vor Chr. gebaut worden sein. Aber die sind nicht nur alt, sondern auch gross. Man geht davon aus, dass sie teilweise sogar dreistöckig waren.

Anschliessend versuchen wir uns in der Kunst des Kartenlesens. Naja klappt nicht auf Anhieb, aber die Insel ist nicht wirklich gross genug, um sich verfahren zu können. Wir kommen so aber auch dazu eine Aussage unseres Reiseführers am eigenen Leib zu erfahren: Irgendwo stand, dass beim Eintritt Maltas in die EU die Strassen überprüft wurden. Das Resultat ergab, dass nicht mal 1% der Strassen dem EU-Standard entsprechen. Wir kommen jedenfalls mehrmals während unserer Tour auf die Ferien in Kuba zu sprechen. Auch da gab es üble Strassenabschnitte.

Jedenfalls finden wir den Weg nach Rabat und Mdina. Was wir da allerdings nicht finden ist ein freier Parkplatz. Rabat ist nicht etwa der Name der grössten Einkaufsmeile mit den besten Vergünstigungen, es bedeutet auf Malti „Vorort“ und zwar der alten Festungsanlage Mdina. Früher mal Hauptort auf Malta und schon die Römer sollen hier gewesen sein. Nun auch wir werden mehr darüber erfahren, aber wohl erst beim nächsten Besuch.

Da sonst keine weiteren Sehenswürdigkeiten auf der Tagesliste standen, haben wir den Rest der Zeit genutzt den Wagen auszufahren und den Norden zu erkunden. So sind wir quer durch die Insel gefahren, um den grössten Strand an der Mellieha Bay zu besuchen. So haben wir dann einen Teil der Insel kennengelernt und werden morgen früh die Schulbank drücken.

Fazit des heutigen Tages: Mit einem eigenen Fahrzeug sind Erkundungstouren einiges angenehmer und einfach. Der Fahrstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich glaub, ich hab mich schon fast daran gewöhnt. Ausser dass ich noch regelmässig mit eingeschaltetem Scheibenwischer abbiege.

Tag 34 – Rückflug in die Schweiz

Morgens um 3:25 werden wir von unserem Wecker terrorisiert. Nach nur ca. 4 Stunden Schlaf lässt sich an sich schon nicht gut aufstehen, aber wenn es draussen auch noch dunkel ist, was für ein Tagesbeginn.

Da wir alles am Vortag organisiert haben, brauchen wir an nicht sehr viel zu denken. Gepäck fertig packen und den Schlüssel abgeben. Das Taxi ist dann auch 10 Minuten zu früh dran. Ein gutes Zeichen, oder ist Indien unser überdrüssig geworden?
Unsere Zeitplanung stellt sich als sehr optimiert heraus, unser Flug geht 2.5 Stunden nachdem wir das Hotel verlassen haben.
Das erspart uns eine lange Wartezeit, aber reicht noch für einen echten «Coffee Bean» Kaffee.

Der Flieger der Turkish Airways verlässt das Gate 10 Minuten vor der Zeit. Definitiv ein Zeichen, dass es wieder organisierter abläuft wie bisher. Keiner der vier Inlandsflüge in Indien war annähernd pünktlich, geschweige denn vor der Zeit. Ich hab es gerade noch knap
Die sechs Stunden bis Istanbul vergehen recht schnell. Wir sind total beschäftigt, Film schauen, frühstücken, Nickerchen machen, noch ein Film und ein Sandwich als Snack. Als die Minibar an mir vorbeizieht kann ich kaum glauben, dass um die Zeit jemand schon zu Wodka und Whiskey greift.

Dann die erste Überraschung in Istanbul. Wir werden sanft an zuhause gewöhnt. 15 Grad! Aushaltbar, aber nicht halb so warm wie wir es uns die letzten Wochen gewohnt waren. Zum Glück liegen die warmen Jacken oben auf im Gepäck 🙂
Dann heisst es abwarten, ca. 5 Stunden im Flughafen vertreiben. Gross ist er nicht und auf schoppen haben wir keine Lust. Also gehts ins Starbucks, dort gibts bequeme Sessel und feinen Kaffee.

Auch der Flieger nach Zürich legt ein paar Minuten vor der Zeit vom Dock ab und wir landen 15 Minuten früher als geplant. Das fühlt sich nun wirklich nicht mehr sehr indisch an.
Den Zug verpassen wir knapp, aber immerhin müssen wir das Ticket nicht Tage im voraus bestellen, geschweige denn uns auf einer Warteliste eintragen lassen.

Wir sind gespannt wie lange es dauern wird, bis wir uns wieder daran gewöhnen, die Strasse überqueren können, ohne dass der Körper sich auf Flucht einstellt und Adrenalin ausschüttet.

Tag 33 – Mumbai letzter Tag

Unser letzter Tag in Indien. Diesen Tag wollen wir noch für Einkäufe nutzen. Wer schon mal mit mir in den Ferien war, weiss, dass dies meine Königsdisziplin ist.

Erst aber geniessen wir im Hotel das Frühstück und lassen uns dann in dasselbe Shoppingcenter fahren, wo wir gestern den Film angeschaut haben. Das Ding ist riesig und wir konnten uns gestern nur einen kleinen Eindruck davon machen.
Es gibt hier sämtliche Geschäfte die auch bei uns in einem richtigen Zentrum vorzufinden sind. Ausser vielleicht Migros oder Coop ;). Zara, Hilfinger, Levis, Wrangler und Diesel sind da, aber auch Tissot und Swatch fehlen nicht. Zusätzlich gibt es noch ein paar lokale Geschäfte, aber sonst wie bei uns.
Wie schon in Rajasthan fühlt es sich aber nicht mehr nach Indien an. Hier allerdings sieht man hauptsächlich Inder, die sich in den Shops mit Kleidern eindecken. Sicherlich die besser betuchten, denn günstig ist es nicht.

Der Kontrast zwischen arm und reich zeigt sich hier. Während der Tagesverdienst in Rajasthan bei ca. 300 Rupien liegt, bekommt man hier gerade mal einen Kinoeintritt.
Und auch uns kommt es ein wenig komisch vor, dass wir einerseits mit dem Taxifahrer, um den Preis feilschen, aber kurz vorher noch ein Mehrfaches für ein paar Jeans und T-Shirt ausgegeben haben.

Mit vollen Händen, oder Taschen, verlassen wir den Ort und lassen uns zurück zum Hotel fahren. Ich will meine Hände frei bekommen und einschätzen, ob die Einkäufe mit meinen Gepäck vereinbar sind. Wie sich später herausstellt, hätte ich noch 1.9 Kilo mehr einkaufen können. 🙂

Später wollen wir noch einmal die indische Küche geniessen. Zudem werden es einige mitgebrachten Kleidungsstücke nicht mehr nach Hause schaffen. Zusammen mit Kugelschreibern und anderen nützlichen Dingen, die wir vor der Reise gesammelt haben, verteilt Franziska auf dem Weg an ein paar Bettler. Organisierte Banden oder nicht, die Kleidungsstücke werden jedenfalls untereinander verteilt.

Nach dem Essen machen wir uns gleich wieder auf den Weg ins Hotel. Da wir um 6:40 Uhr fliegen, müssen wir um 3:30 Uhr aufstehen. Also wird es wohl nicht sehr viel Schlaf geben, aber uns recht egal, da es unser letzter Abend ist, lassen wir uns nicht schon wieder stressen. Wir werden morgen eh total erschöpft zuhause ankommen, ob wir lange geschlafen haben oder nicht 🙂

Tag 31/32 – Mumbai (Elephanta Island)

Da wir gleich beim «Gateway to India», einem Hafen von Mumbai, abgestiegen sind, wollen wir die Gelegenheit nutzen, um ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe zu besichtigen. Es handelt sich dabei um einige weiteren Höhlen auf einer Insel, ca. 9 km von Mumbai entfernt.

Mit dem ersten Schiff machen wir uns auf den Weg dorthin. Überraschenderweise kommen wir ohne Probleme zu einem Ticket und finden das entsprechende Schiff auf Anhieb. Gemäss Lonely Planet soll es in Mumbai von zwielichtigen Gestalten nur so wimmeln. Die schienen heute alle frei zu habe. Uns soll es recht sein.

Kurz vor der Abreise habe ich noch mein iPad mit ein paar Infos über die Höhlen geladen. Wie sich herausstellt gibt es zwar auch hier einige Höhlen, aber nur eine ist wirklich spannend. Es handelt sich bei den Höhlen um Hindu-Tempel.
Die Haupthöhle ist dem Gott Shiva gewidmet. Shiva wird in verschiedenen Rollen dargestellt. Gemäss Guide ist Shiva im Westen hauptsächlich als Gott der Zerstörung bekannt, dies ist jedoch nur eine Seite. Er hat auch eine romantische Seite, so sieht man ihn in mehreren Abbildungen auch mit seiner Frau Parvati.
Gemäss Wikipedia ist sie die Schwester der Göttin Ganga (auch bekannt unter dem Namen Ganges in Form eines Flusses) und der gemeinsame Vater ist Himalaya.

Nach der Haupt-Höhle besichtigen wir noch den Hügel sowie ein paar andere Höhlen. Mit Ajanta oder Ellora können sie nicht mithalten, aber gemütlich ist es allemal. So sind denn auch viele Familien hier zum Picknicken.

Auf der Insel gibt es aber auch organisierte Gangs. Sie haben sich auf Wasserflaschen spezialisiert. So werden wir Opfer eines heimtückischen Diebstahls. Franziska stellt unsere Wasserflasche für einen Augenblick auf eine Mauer und dreht sich kurz um. Nur einen Moment später ist die Flasche auf dem nächsten Baum in den Händen eines kleinen Äffchen.
Wie sich herausstellt scheint das Kerlchen mit Wasserflaschen Übung zu haben. Ein kleiner Biss und schon trinkt es den Rest aus der Flasche.
Auf dem Rückweg sehen wir dann einen weiters Gang-Mitglied. Dieser stellt sich noch schlauer an und schnappt sich gleich eine offene Flasche.

Am Nachmittag wollen wir einen Kinofilm anschauen der gerade angelaufen ist. Ein Bollywood-Star spielt mit und so ist es recht schwierig Tickets zu bekommen. Daher versuchen wir unser Glück in einem Kinokomplex.
Wir sind zwar nicht die einzigen, die da für Tickets anstehen, aber haben Glück. Die nächste Vorstellung ist praktisch ausverkauft, aber jemand möchte 2 Tickets zurückgeben und so kommen wir in die nächste Vorstellung und auch noch zu guten Plätzen.

Der Film dauert 179 Minuten und nur auf Hindi, ohne Untertitel. Da er aber in London spielt und die Inder häufig englische Begriffe verwenden, bekommen wir zwischendurch etwas mit. Aber es klingt schon witzig.
Es gibt natürlich einen Helden, einen richtig coolen Bombenentschärfer, der Singen und natürlich Tanzen kann. Es ist aber kein typischer Bollywood Film, es wird zwar getanzt und gesungen, aber nur wenig. Aber noch wichtiger, in indischen Filmen wird eigentlich nicht geküsst. Dieser Film stellt da eine Ausnahme dar, es gibt Küsse und sogar eine erotische Szene. Das ist daher ganz witzig, dass es meiner Sitznachbarin sichtlich peinlich ist. Sie schaut ganz betreten weg und verdeckt ihre Augen. Wird sicherlich bei einigen zum Thema werden, aber ich finde es ganz witzig.
Die Geschichte ist aber für uns nicht ganz einfach zu verstehen und am Schluss sind wir uns denn auch nicht ganz einig was alles los war. Aber wir hätten was verpasst, wenn wir das nicht ausprobiert hätten. 🙂

Tag 30 – Aurangabad (Ellora Höhlen)

Die heutige Autofahrt hat nicht ganz so lange gedauert wie gestern. Ellora liegt nur ca. 30 km entfernt.
Gemäss Lonely Planet können die Höhlen ab 9 Uhr besichtigt werden. Wir treffen 15 Minuten früher ein und stellen fest, dass die Tore wohl schon früher aufgehen. Es ist noch nicht viel los und wir beginnen mit den neusten Höhlen. Naja, auch diese sind schon 1200 Jahre alt.
Diese Höhlen wurden zwischen dem 5. und 10. Jahrhundert gebaut und sind vermutlich mitschuldig, dass diejenigen von Ajanta an Bedeutung verloren haben.

Die Höhlen von Ellora sind schön verteilt über eine Strecke von 3 Kilometern. Höhle 1 – 12 wurden von Buddhisten erstellt, 13 – 29 von Hindus und 30 – 30 sind Jain-Tempel.
Auch in diesen Höhlen wurde gelebt, praktiziert, gelehrt oder gebetet.

Im Gegensatz zu den Höhlen von Ajanta wurde hier mehrstöckig gemeisselt. Es gibt mehrere Höhlen mit drei Stockwerken. Auch in der Grösse unterscheiden sie sich, es gibt hier riesige Höhlen. Zudem sind einzelne miteinander verbunden, so dass man während des Monsuns trockenen Fusses von Höhle zu Höhle gehen könnte.
Eine Höhle ist eigentlich weniger eine Höhle, mehr ein Palast der aus dem Felsen rausgeschlagen wurde. Eine riesige Fläche und alles bis auf das Gebäude (mit mehreren Stockwerken) wurde stehen gelassen. Auch und natürlich ein paar Türme und Statuen.

Wir besichtigen heute nur die wichtigsten Höhlen. Einige wurden nie fertiggestellt oder sind nicht sonderlich spektakulär. Naja bei 34 Höhlen mit teils mehreren Stockwerken, kann man nachlässig sein.

Da wir das Frühstück ausgelassen haben, sind wir nach den 5 Stunden Besichtigung entsprechend hungrig. Zum Glück gibt es überall, wo solche Massen an Touristen aufkreuzen, genügend Futter.

Auf dem Rückweg von Ellora, schauen wir noch beim sehr schlichten Grab des letzten Moguls Aurangazeb vorbei.

Mir brummt von der Hitze schon der Schädel und so setze ich die nächste Runde aus. Während ich mir bei einem Chai versuche zu entspannen, besichtigt Franziska noch das Fort von Daulatabad, welches ebenfalls auf dem Rückweg liegt.
Dafür werde ich noch Zeuge eines Auffahrunfalls. Erstaunlich wie viele Schaulustige hier innert Sekunden zusammenkommen. Der Verkehr steht ordnungsgemäss für einen Moment still, aber irgendwann steht jemand auf der Strasse und versucht den Verkehr zu regeln, da eine Spur blockiert ist. Es funktioniert tatsächlich, obwohl die Zeichen, die er gibt, so ziemlich alles bedeuten könnten. Ich staune immer wieder. Incredible India!

Danach lassen wir uns zum Flughafen bringen. Der Flug geht relativ pünktlich und so landen wir um ca. 21.45 in Mumbai. Um die üblichen Taxi-Schlepper zu umgehen, besorgen wir uns ein Prepaid-Taxi. Nur ist draussen nicht wirklich beschriftet, wo diese zu finden sind. Jedenfalls brauchen wir einen Moment, um zum richtigen Ort zu gelangen. Die Taxis gehören sicher nicht zu den besten Fahrzeugen der Stadt. Unseres ist auch noch relativ klein und hat sowas wie einen Wasser-Beuler geladen. Somit muss das Gepäck auf den Beifahrersitz. Die Fahrt dauert relativ lange für den Preis den wir bereits am Flughafen bezahlt haben, aber kurz nach 23 Uhr sind wir am Ziel.
Dann überrascht uns der Fahrer mit seiner Dreistigkeit. Er möchte bezahlt werden. Da ich ihm wirklich noch kein Geld gegeben habe, bin ich kurz versucht mein Geld hervorzuholen. Dann fällt mir aber ein, dass ich den Betrag ja schon am Flughafen entrichtet habe und er dafür eine Quittung erhalten hat. Ja, wir sind definitiv nicht mehr in Goa.

Tag 29 – Aurangabad (Ajanta Höhlen)

Pünktlich um 7:45 steht unser Taxi bereit. Wir wollen in das ca. 100km entfernte Ajanta, um dort einige Höhlen zu besichtigen.
Dort gibt es 30 Höhlen, welche zwischen 200 v.Chr. bis 600 n.Chr. in die Felsen gehauen wurden. Es wird davon ausgegangen, dass pro Höhle 30 Jahre gemeisselt wurde. Die Höhlen sind in unterschiedlichem Zustand, in einigen sind die Zeichnungen an den Wänden noch relativ gut erhalten, wenn man bedenkt, dass diese bereits 1500 Jahre alt sind.
Andere Höhlen wurden nie fertiggestellt. Der Buddhismus hat irgendwann an Einfluss verloren und die neueren Höhlen von Ellora gewannen an Einfluss. Dadurch wurden die Höhlen vergessen und erst im Jahr 1819 von einem Engländer wieder entdeckt.
Die Höhlen wurden eine nach der anderen in die Felsen reingehauen. Eine Zuflucht während der rund 3 Monate Monsun. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es überhaupt mal regnet hier, aber mit dem Monsun muss einiges an Wasser kommen, denn hier gibt es auch zwei drei Wasserfälle, wovon sich uns nur einer in Form eines Bächleins zeigt.

Die Reise dahin ist jedenfalls relativ angenehm. Die Strassen sind in einem für Indien guten Zustand und der Fahrer kein unentdeckter Formel 1 Fahrer. Kurz vor Ankunft erhalten wir noch die Gelegenheit unser Frühstück zu uns zu nehmen. Zum Glück kann man sagen, denn die Tour wird länger dauern als gedacht.
Zwar gibt es die Gelegenheit sich in einer Sänfte hin- und hertragen zu lassen, aber abgesehen von ein paar älteren Japanern haben sich nur wenige dafür, sich von Höhle zu Höhle schleppen zu lassen.
Wir gehören zwar irgendwie zu den ersten Besuchern, aber knapp gefolgt von mehreren Reisebussen und Schulklassen voller Kinder. Daher überspringen wir einige der ersten Höhlen und begeben uns in die Mitte, um von da bis ans Ende zu laufen.
Das war eine prima Entscheidung, denn so können wir den Grossteil der Höhlen relativ ruhig besichtigen. Nur bei einigen ist mehr los und dort wird darauf geachtet, dass die Höhle nicht überfüllt wird.

Bei dem Ausmass, welche einige der Höhlen haben, gerät man richtig ins Staunen. Manche Höhlen sind 15 Meter tief in den Fels gehauen und bis 30 Meter breit. Keine Ahnung wie viele Mönche hier zu Spitzenzeiten gelebt haben, aber bestimmt eine Menge, denn viel Besitztümer haben Mönche auch heute nicht. Ich glaube es sind zwei Roben, eine Bettelschale und eine Zahnbürste. Was damals wohl mehr ein Stück Holz gewesen sein dürfte.

Die Zeit vergeht jedenfalls schnell bei all den Besichtigungen. Wir vertreiben uns so 5 Stunden lang bis wir uns zum Restaurant begeben, um unseren Wasserhaushalt in Ordnung zu bringen.
Dann erwarten uns beim Parkplatz noch einige eher aufdringliche Verkäufer. Ja, wir sind definitiv nicht mehr in Goa. Hier reicht ein einfaches «nein» nicht mehr. Und auch die Preise sind wieder auf einem höheren Niveau, zumindest das Einstiegsangebot. Franziska besorgt sich einen kleinen Buddha auf einer Lotusblüte aus Stein gemeisselt. Ursprünglich für 750 Rupien angepriesen, bezahlt sie in einem anderen Shop noch 300 dafür. Auch das ist noch zuviel, denn beim Zahlen wären es nur noch 250, wenn sie zwei nimmt.
Wenn man bedenkt, dass der Verkäufer zu Beginn noch erklärt hatte, dass es sich hierbei um Handarbeit handelt und jemand einen ganzen Tag dafür arbeiten muss etc. etc…
Möglicherweise stimmt einiges sogar, aber dass der überhöhte Preis den wir zahlen schlussendlich auch beim Steinmetz ankommt, das bezweifle ich.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit als wir aufbrechen, ist es bereits etwas dunkler bei der Rückfahrt. Mir kommt ein wenig der Verdacht, dass es Vampire gibt hier in Indien. Denn jetzt scheinen alle bis zur vollständigen Verdunkelung, zuhause sein zu wollen. Jedenfalls wird mehrheitlich so gefahren. Meines Erachtens wird es mindestens zweimal seeeehr knapp, auch wenn unser Fahrer nicht mal mit der Wimper zuckt.

Zurück im Hotel genehmigen wir uns im Restaurant nebenan ein richtig indisches Gericht. Ich lasse mir etwas empfehlen. Vegetarisch, Gemüse und nicht scharf.
Wie sich herausstellt etwas viele Ansprüche, vor allem das «nicht scharf» wird nicht aufgehen. Hier bedeutet es, das Maximum was noch essen kann.
Anfangs wirkt die Crew hier auch recht aufdringlich, immer stehen mindestens zwei eine Armlänge vom Tisch entfernt. Aber bei genauerem Betrachten geben sie sich einfach sehr viel Mühe uns zu bedienen. Am Schluss werden wir sogar, um ein schriftliches Feedback gebeten. Das Essen war absolut in Ordnung und auch wenn die Bedienung etwas irritierend war, so waren sie sehr freundlich.
Zum Abschluss nehmen wir ein Brownie für später und einige hausgemachte Keckse für morgen mit.
Nun wissen wir, dass sie das Backen nicht im Griff haben. Der Brownie schmeckt nach dem üblen Leitungswasser und auch die Keckse schaffen es nicht mehr ins Gepäck. Dort könnte alte Butter ihren Beitrag zur Vernichtung beigetragen haben.

Tag 27 – Bogmalo

Da dies unser letzter Tag in Bogmalo ist, zieht es uns nochmals an den Strand. Wir schlendern einfach dem breiten Strand entlang und geniessen die Ruhe.
Da im Moment nicht Hochsaison ist, läuft nicht viel. Die sieben Restaurant am Strand lassen anderes vermuten.

Die Erholung und vor allem die Ruhe tut gut, bevor es morgen wieder ins Touristen-Gewimmel geht. Ich lasse am Nachmittag nochmals eine volle ayurvedische Massage über mich ergehen. Das verwendete Oel hat einen recht eigenen Geruch, bis zum Abend jedenfalls wird mir beinahe schlecht davon. Naja glaubt man daran, dass je schlechter Medizin schmeckt, desto besser sie wirkt, dann muss das Zeug wahrhaft Wunder wirken.

Am Abend dann gehts nochmals an den Strand und wir nutzen das WiFi in einem Restaurant, um unseren Blog zu erweitern, ein paar Bilder hochzuladen und ein Hotel für Mumbai zu reservieren.

Kein wirklich gefüllter Tag, aber erholsam war es allemal. So sind wir optimal gestärkt für die Weiterreise morgen nach Aurangabad. Dort wollen wir noch die zwei UNESCO Kulturerbe Ajanta und Ellora anschauen.

Tag 26 – Bogmalo

Da wir die Tauchgänge wegen «nicht so gutem Wetter» abgesagt haben, ist genügend Zeit vorhanden um die nähere Umgebung zu erkunden.

Auf der Suche nach einen «richtigen» Kaffee und etwas Sprit für den Zweiräder gehts auf nach Vasco da Gama. Franziska fährt und ich halte Ausschau.
Beides ist relativ schnell gefunden, aber wir entschliessen uns noch einen der Strände zu erkunden. Viel ist noch nicht los, aber wir stellen mit Freude fest, dass hier aufgeräumt wird. Teilweise zumindest. Dort wo sich keine Touris hinwagen, sieht es aus wie auf einer Müllkippe.
Dann treffen wir auch noch auf den Eisverkäufer, dessen Wägelchen nicht wirklich nach gekühlten Erfrischungen aussieht. Wie sich herausstellt schiebt er eine Minibar auf Rädern vor sich her. Flaschenweise vertickt er harten Alkohol und das um 10 Uhr morgens. Naja gäbe es kein Bedürfnis, wäre er wohl kaum hier 🙂

Wie wir schon vorher erfahren haben ist Goa ein beliebtes Reiseziel von Russen. An unserem Strand gibt es mehrere Restaurant, welche die Menükarte auf Englisch und Russisch führen. Wir sind bisher jedoch von jeglichen Exzessen verschont geblieben, können uns also nicht über unsere östlichen Nachbarn beschweren.

Unser Traum vom echten Kaffee bleibt allerdings ein Traum. Dafür treffen wir auf etwas Heimat. Irgendwie. Die Instant-Kaffee-Maschine ist von Nestle wie wohl die meisten Instant-Kaffee Packungen, die hier konsumiert werden. Dazu gibt es ein Hot-Sandwich. Als ich die Dinger bestelle muss ich zweimal nachfragen, denn die Zubereitung eines vegetarischen Sandwich soll 15 Minuten dauern.
Wie sich herausstellt wird dafür ein Koch geholt, so richtig mit weisser Mütze. Es lohnt sich allemal, die Dinger sind super fein.

Später am Nachmittag genehmige ich mir mal wieder eine Ayurveda-Massage. Diesmal von einem Masseur aus dem Süden. Er stammt aus Kerala, wo diese Art der Massage ihren Ursprung hat. Und entsprechend angenehm ist sie auch. Ich werde mit warmem bis heissem Oel massiert und rieche dadurch recht indisch, wie Franziska meint.

Anschliessend gibts das Abendessen bei gratis WiFi Internet und Sonnenuntergang am Strand. 

Tag 24 – Umzug nach Bogmalo Beach

Der heutige Tag gibt nicht sehr viel touristisches her. Wir wechseln an einen anderen Ort, um von dort aus einige Tauchgänge zu machen.
Vormittags müssen wir noch kurz den Roller zurückbringen und dann unsere Wäscherei suchen. Panaji ist nicht der Ort in dem ich mich auf Anhieb auskenne. Ehrlich gesagt laufe ich dauernd in die falsche Richtung. So finden wir auch die Rollervermietung erst beim dritten Versuch. Danach zu Fuss zur Wäscherei. Die liegt ganz woanders als ich es angenommen hätte, aber wo mein Orientierungssinn aussetzt, hilft der von Franziska aus.
Nur dass der Shop noch geschlossen hat als wir da aufkreuzen.

Gegen Mittag kommt das bestellte Taxi. Unser Zimmer-Vermieter hat uns netterweise eines organisiert. So zahlen wir den einheimischen Preis und obwohl er versucht noch mehr herauszuholen, bleibt unser Vermieter hart. Wie sich herausstellt ist er weitsichtiger, wie die meisten mit denen wir zu tun hatten. Er meint nachher selbst, dass manche nur auf den schnellen Profit aus sind und zu wenig längerfristig denken.
Für uns war es ein Glückstreffer hier zu landen. Wer also mal nach Panaji geht, soll sich das Vivenda Rebelo Homestay ansehen. Nirgends hat man sich so gut um uns gekümmert wie hier.

Die Fahrt in unsere neue Bleibe ist wenig spektakulär und die einzige Herausforderung ist es, unser Resort (Silk Cotton Resort) zu finden. Es braucht ebenfalls mehrere Anläufe bis der Fahrer uns am richtigen Ort absetzt.
Das Resort liegt gleich neben dem Flughafen und so erhalten wir eine ganz neue Geräuschkulisse. Aber es ist nicht Kloten, sondern eher etwas mehr los als in Belp, daher nicht übel. Zudem gibt es einen Pool, den wir bei der Hitze gleich in Anspruch nehmen.
Der absolute Hammer ist jedoch das Zimmer selbst. Es gibt massig Platz, eine Minibar (mit Ladenpreisen), ein cooles Bett und eine Outdoor-Dusche.

Am Abend gehts dann mal an den Strand, wo wir unser Abendessen bekommen. Der Weg ist mit 1.5 km zwar machbar, aber bei dem Gedanken, dass wir ihn mindestens zweimal täglich bei tropischer Hitze laufen sollen, treibt uns schnell zur nächsten Rollervermietung.
Der Typ weiss, dass er der einzige Vermieter in der Gegend ist und entsprechend versucht er den Deal anzusetzen. Franziska erweist sich nicht nur als gute Fahrerin, sondern auch als effektive Verhandlerin. Sie schafft es den Preis auf ein akzeptables Niveau zu drücken.

Mit einem neuen Roller düsen wir in den Sonnenuntergang. Naja fast, es war eigentlich schon dunkel und das Düsen müsste man als Knattern bezeichnen. 😉

Tag 23 – Panaji und Umgebung

Goa erinnert wirklich mehr an Europa, kaum Tuk Tuk und den meisten Verkäufern reicht ein «nein danke». Die Leute sprechen hier auch besser Englisch.

Mit unserer neu gewonnenen Mobilität entschliessen wir uns für eine Gewürzplantage. Und zwar eine die nicht so bekannt und überfüllt ist, sondern eher ein Geheimtipp.
Franziska – die einzige mit mitgebrachtem Führerschein – fungiert als Pilotin und ich mit meinen Gadgets als Navigator.
Dank der lokalen Nummer und dem 3GB Datenabo kann man hier auch Google-Maps verwenden. Also die Plantage auf den Radar und los gehts. Nicht sonderlich schwierig wenn man mal aus der Stadt raus ist. Es gibt nur wenige Strassen, aber dennoch ein paar Möglichkeiten sich zu verfahren existieren. Wir kommen aber auf Anhieb zum angepeilten Ort. Zu dumm, dass es nicht die Plantage ist, sondern etwa die Mitte des Ortes in dem die Plantage sein soll. (Man sollte wohl nicht davon ausgehen, dass Google überall über dieselbe Datenqualität verfügt wie in Europa oder den US and A.)

Egal, erst mal Pause machen und überlegen. Wir checken die Webseite und finden einen Plan, welcher uns aber nochmals 20 km weiter fahren liesse für den Geheimtipp. Das Risiko sich zu verfahren ist uns jedoch zu gross und so entschliessen wir uns für die eher touristische Plantage, die nur 5 km von unserem Standort entfernt sein soll. Auf einer Verbindungsstrasse zu einer anderen Ortschaft gehts links weg. Sollte auffindbar sein…
ausser für uns, selbst mit Hilfe von Einheimischen klappt es nicht und schliesslich geben wir die Suche auf. Mittlerweile brennt uns nämlich die Sonne ordentlich auf den Kopf und verpasst mir auf den 30 km Rückweg einen ordentlichen Sonnenbrand.

Da ich gestern beim Schoppen so grosse Beute gemacht hab, wollen wir unser Glück heute erneut versuchen. Zudem ist es angenehmer die heissen Stunden in klimatisierten Shops zu verbringen. In der Hoffnung, dass auch Franziska was für sich findet, suchen wir uns ein Shoppingcenter. Viel gibt es nicht, aber dennoch eine gute Auswahl, zumindest für die Männer.
Ich verlasse den Laden mit 2 neuen Jeans, 4 Hemden und dem Wissen, dass mein Rucksack nun einiges mehr wiegen wird. Franziska hat eine recht überschaubare Auswahl und findet wieder nichts. Aber draussen kommt auch sie noch zum Zug. An einem offenen Stand mit Shirts gibts das Passende für sie. Immerhin etwas.

Dann am Abend zieht es uns nochmals ins Kino. Der einzige Film der auch in Englisch läuft, ist Skyfall – der neue Bond. Uns egal, die 4 CHF sind es uns wert den Film nochmals zu schauen. Zudem haben wir bessere Plätze, da das Kino praktisch leer ist.

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