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Tag 15 – Pyin Oo Lwin

Die Stadt liegt nicht nur etwas nördlicher, sondern ist auch spürbar höher gelegen, gemäss unserem Fahrer liegt die Stadt auf 2500 m.ü.M., eine Googlesuche ergibt jedoch nur etwa 1000 m. Jedenfalls müssen wir wieder tiefer in unsere Rucksäcke greifen, um die wärmeren Kleider herauszuholen, denn der Morgen, der Abend sowie unser Zimmer sind ziemlich kalt.

Im Gegensatz zu unseren bisherigen Zielen, welche hauptsächlich Pagoden-lastig waren, gibt es hier vor allem Wasser, bzw. Wasserfälle und kleine englisch angelegte Seen.

Wir starten den Morgen in einem Cave in dem es – wie könnte es anders sein – einige Buddhas zu sehen gibt. Vor der Höhle sehen wir den ersten kleinen Wasserfall des Tages. Nur ca. 8 Meter hoch, aber die Höhle, die wir danach betreten, befindet sich darunter. Dadurch „regnet“ es in der Höhle auch stellenweise von der Decke und es gibt kleine unterirdische Rinnsale.
Die Höhle entpuppt sich als kleines Highlight. Es befinden sich nicht nur haufenweise Buddha-Statuen darin, sondern ganze historische Szenen sind nachgestellt.
Da es aber in der Höhle etwas feucht und warm ist, laufen unsere Objektive rasch an und so kommt das iPhone mal etwas zum Zug.

Draussen vor der Höhle wittert ein lokaler Fotograf sein Geschäft. Er verpflichtet Franziska als Model und lichtet sie mit diversen Jugendlichen ab – welche dann alle brav einen Abzug bei ihm kaufen. Ich hätte eine Beteiligung aushandeln sollen.

Ein paar Meter weiter gibt es einen weiteren Wasserfall. Ausser uns geht da keiner hin, obwohl er doch eine beachtliche Grösse hat. Aber vermutlich fehlt ein goldener Stein als Publikumsmagnet.
Uns stört es kaum, so können wir die Aussicht und die Ruhe geniessen, die dieser Ort ausstrahlt.

Danach geht es noch zu einem weiteren Wasserfall. Hier gibt es einerseits mehr Leute und diverse Shops mit allerlei Souvenirs, Snacks und Getränken.
Aber auch eine kleine Pagode ist hier zu finden und entsprechend mehr Publikum findet sich vor dem Wasserfall wieder, um sich ablichten zu lassen.

Daher dauert es nicht sehr lange und wir lassen uns zu den National Kandawgyi Gardens, einem hier angelegten Englischen Garten. Man fühlt sich denn auch ein wenig wie in einem Park mitten in London, einfach mit mehr Sonne und weniger Nebel. Es gibt mehrere kleine Seen, gefüllt mit weissen und schwarzen Schwänen, aber auch mit einer beachtlichen Anzahl Fischen.
Alles ist sauber, die Hecken symmetrisch geschnitten, die Blumen ordentlich ausgerichtet, wie man es im Garten der Queen erwarten würde.
Wir verbringen den Grossteil in einer Orchideen-Zucht, die ebenfalls zum Park gehört. Es gibt unzählige Sorten, mehr als unsere Lust zu fotografieren ertragen kann. Zudem ist es deprimierend, wenn man sieht, wie sie blühend aussehen. Unsere haben nur beim Kauf eine solche Anzahl Blüten und danach nie mehr.

Die Nacht verbringen wir erneut hier bei warmem Tee und grosszügig gesüsstem Kaffee im Dahlia Motel.

Tag 14 – Von Bagan via Monywa nach Pyin Oo Lwin

Aufgrund der Tatsache, dass wir einen Tag früher in Bagan waren, haben wir nun noch einen unverplanten Tag inkl. Fahrer. Myo macht uns dann auch den Vorschlag, dass wir vor Mandalay noch einen Ort weiter nördlich besuchen könnten. Einen Ort den die Engländer früher – als sie hier noch das Sagen hatten – als Erholungsgebiet benutzt haben.

Wir lassen uns darauf ein, obwohl es mehr oder weniger wiederum einen ganzen Tag im Auto bedeutet.

Bagan verlassen wir früh am Morgen und fahren los Richtung Monywa. Dort erwartet uns die Sambuddhe Pagode mit rund 500’000 Buddhas. Egal wo man hinschaut, überall sind grosse und noch viel mehr kleine Buddhas. Man könnte sagen hier entgeht Siddharta gar nichts.

Dann geht’s in der Nachbarschaft zur zweitgrössten stehenden Buddha Statue der Welt. Wie hoch diese ist, wissen wir nicht genau, aber man kann 36 Stockwerke in ihr hochsteigen und sicherlich eine super Aussicht geniessen. Wir verzichten auf die Bewegung, nicht weil wir es nicht nötig hätten, aber aufgrund der Fahrt die noch vor uns liegt, möchten wir dem Fahrer nicht einen allzu langen Tag zumuten. Mit dieser Ausrede sind wir zufrieden und drehen bloss eine kurze Runde im Erdgeschoss.

Danach fahren wir weiter Richtung Mandalay, wo wir einerseits noch eine Pagode besichtigen und anschliessend unser spätes Mittagessen einnehmen. Das Essen, das uns serviert wird, füllt den ganzen Tisch und es steht so viel da, dass es nach dem Essen noch immer aussieht als würden wir erst damit starten.

Die Fahrt nach Pyin Oo Lwin dauert dann nochmals ca. 2 Stunden zu den 6 die wir schon unterwegs sind. Aufgefallen ist, dass auf der Strecke sehr viele Lastwagen verkehren. Myo erklärt uns, dass es sich um eine Verbindungsstrasse nach China handelt.
Als wir ankommen wird es schon langsam dunkel und wir holen mal wieder unsere langen Hosen aus dem Gepäck, denn es ist ziemlich frisch. Aber wir haben mal wieder eine einigermassen funktionierende Internet Leitung. Daher verbringen wir den Abend bei warmem Kaffee und nutzen die Gelegenheit zum Surfen und Bloggen.

Tag 11 – von Inle Lake nach Bagan

Wieder steht eine längere Fahrt an. Wir werden in 11 Stunden quer durch Myanmar fahren. Dafür erwartet uns dort eines der Highlights von Myanmar und vermutlich auch unserer Reise. Unser Ziel ist Bagan. Dazu fahren wir einen Grossteil auf der Strasse zurück, auf der wir hergefahren sind und wissen schon mal, was wir zu erwarten haben. (Oje oje)

Der Fahrer drückt ordentlich aufs Gas und wir kommen zügig vorwärts, wenn da nicht die beiden Touris auf dem Rücksitz wären. Geplant war ein Abstecher in eine Höhle in der fleissig Buddhas einquartiert werden. Die Höhle liegt in Kalaw und wird ständig mit weiteren Buddhas erweitert. In der Höhle stehen schon heute einige hundert Stück und wenn fleissig gespendet wird, kommen noch viele mehr dazu. Immer wieder erstaunlich wie einfallsreich der Glaube hier zum Ausdruck kommt.

Draussen vor der Höhle kommen wir dann noch mit dem Gärtner ins Gespräch. Er findet uns Schweizer super, weil wir in keine Kriege verwickelt sind (trotz der besten Armee der Welt :)), doch die Amis und Engländer findet er nicht ganz so friedvoll. Jedenfalls empfiehlt er uns noch eine Bambus-Pagode 5 Minuten entfernt zu besuchen, welche wir auch gleich noch auf die Wunschliste setzen.
Die Bambus Pagode ist mehr ein Kloster als eine Pagode. Und gastfreundlich wie man hier ist, werden wir gleich zu einer Tasse Tee eingeladen.

Anschliessend geht es weiter Richtung Westen. Wiederum in halsbrecherischem Tempo fahren wir bis zum Mount Popa, zu einem kleinen Hügel der – wie könnte es anders sein – eine Pagode beheimatet. Zur Abwechslung gibt es hier eine Horde Affen, die auf dem Hügel lebt. Die Besteigung dauert ca. 25 Minuten und ist nicht ganz ungefährlich. Einerseits sind die Treppen teilweise ziemlich steil, andererseits lauern überall Affen und die sind nicht ganz stubenrein, um es mal nett auszudrücken. Oben hat man einen tollen Ausblick und man sieht quer über das ganze Land und selbstverständlich einige Buddhas.
Da hier oben Wasser wohl eine Mangelware ist, versucht einer der Affen mir die Wasserflasche zu entwenden. Versuchter Diebstahl – und das quasi vor den Augen Buddhas! Wie sich diese Aktion wohl auf sein Karma auswirkt?

Zurück auf festem Boden werden wir noch zu einem Aussichtspunkt gefahren. Es ist ein ziemlich teures Hotel (Mount Popa Resort). Wie viel ein Zimmer kostet, wissen wir nicht. Aber für einen Kaffee bezahlen wir hier mehr als normalerweise für unser gemeinsames Mittagessen. Doch die Aussicht ist grandios und wir geniessen den Sonnenuntergang und schiessen unendlich viele Fotos.

Entsprechend treffen wir erst abends in Bagan ein und da alles Dunkel ist, lassen einzelne beleuchtete Pagoden erahnen, was uns hier morgen erwartet.

Tag 10 – Inle Lake

Statt mit dem Auto quer durch Myanmar zu brettern geht es mal zur Abwechslung aufs Wasser. Um 8 Uhr geht’s los bis zum Hafen, wo unzählige Langboote darauf warten mit Touris gefüllt zu werden.

Wir kriegen ein eigenes Boot, was sich noch als Vorteil erweisen wird. Das Ganze wurde alles von unserem Fahrer organisiert und wir werden pünktlich im Hafen abgeliefert.

Unser Boot fährt uns erst mal über den See zu dem oder den Dörfern. Auf dem Weg können wir die lokalen Fischer bestaunen. Die meisten halten mit zwei Händen ihr Fischernetz, stehen auf einem Bein und rudern mit dem anderen Bein. Das ist bestimmt gut fürs Gleichgewicht. Einer vollführt richtige Kung-Fu Formen für uns und unsere Kameras, bzw. für ein paar Kyats. Aber das bereitet uns schon mal für den Tag vor.

Zuerst besuchen wir einen lokalen Markt, also einen, wo nicht nur Touristen sich mit Souvenirs eindecken, sondern auch Gemüse, Früchte, frischer Fisch, Tücher und was man halt so zum Leben braucht, verkauft werden.

Anschliessend werden wir in eine lokale Silber und Edelstein Fabrik gebracht und danach lernen wir, dass der Stiel der Lotusblüte auch zum Herstellen von Röcken und Schals benutzt werden kann. Im zugehörigen Shop gelingt es uns knapp auf den Kauf eines Schals für 75$ zu verzichten.

Da wir nicht auf Shopping-Tour sind, steigen wir beim Tabakhersteller und dem Schmied nicht mehr aus, sondern nutzen die Selbstbestimmung des eigenen Bootes, um gleich zum nächsten Sightseeing Punkt zu fahren.
Dabei handelt es sich um einen wohl antiken Tempel der seine besten Jahre schon lange hinter sich hat. Es gibt unzählige Pagoden hier, aber kaum noch unbeschädigte. Im Moment werden diese jedoch wo möglich restauriert, oder ganz neu gebaut.

Schlussendlich stehen noch die „Floating Gardens“ und ein Kloster auf dem Plan. Diese Gärten oder Felder sind tatsächlich auf dem Wasser. Was genau da angebaut wird, haben wir nicht erfahren, aber es gibt ziemlich viel davon und sie werden ständig bearbeitet. Einfach mit dem Unterschied, dass man hier keine Traktoren sieht sondern eben nur Boote.

Das Kloster ist bekannt dafür, dass die Mönche hier Katzen abrichten – angeblich springen diese durch Reifen. Reifen haben wir keine gesehen, weshalb sich die Katzen auch nicht die Mühe gemacht haben durch diese zu springen. Aber was positiv auffällt, die Katzen sehen hier gesund aus. Das kann man nicht von jeder Katze sagen, die wir hier gesehen haben und schon gar nicht von den Hunden.

Tag 8 – Golden Rock

Wir sind gestern in Kin Pun Sakhan eingetroffen, um den Goldenen Felsen – oder Kyaiktiyo wie hier genannt wird – zu sehen. Es handelt sich vor allem um einen Pilgerort für Einheimische, aber auch viele Thailänder suchen diesen Ort auf.

Unser Fahrer gab uns die Anweisung um 7 Uhr früh bei der Busstation für die Auffahrt zu sein. Er meinte noch was von „viele Leute“ und „es könnte eng werden“.

Wir waren pünktlich da und es gab diverse Lastwagen die mit Menschen aufgefüllt wurden. Wir haben uns erkundigt wohin wir müssen und wurden dann in einen dieser vielen Lastwagen verfrachtet, zusammen mit mindestens 48 anderen Personen inkl. Gepäck derjenigen, die oben picknicken wollten.

Die Fahrt ist dann schon ein ziemliches Highlight, denn es geht mit Vollgas aufwärts. Wir stoppen mehrmals und es wird Geld gesammelt. Wofür ist uns nicht klar, da Englisch noch wenig verbreitet ist. Nur einmal müssen wir in die Tasche greifen und 2500 Kyat für die Fahrt bezahlen.

Nach der rund einstündigen Fahrt gut eingeklemmt und mit tauben Fingern vom festklammern, wird schnell klar, dass wir nicht alleine oben sind. Es gibt regen Betrieb und es herrscht ein wenig Jahrmarkt-Stimmung. Mönche auf ihrem morgendlichen Rundgang, Gepäckträger, diverse Händler und viele viele Besucher.

Den goldenen Felsen sieht man schon von weitem. Es handelt sich um einen Felsen, der auf einer Kante liegt und angeblich mal ein Haar Buddhas war. Mehrere Erdbeben konnten den Felsen nicht zu Fall bringen.

Hier wird ordentlich gebetet, Männer dürfen dem Felsen noch mehr Gold anheften – Frauen dürfen ihn nicht berühren – und es wird freudig gepicknickt. Ganze Familien reisen an, um in der Nähe des Steins zu beten.

Wir wissen das Privileg nicht so recht zu schätzen und treten bald die Rückfahrt an. Natürlich wieder auf einem Lastwagen und diesmal sind es mindestens 8 Lastwagen, die ich von meinem Platz aus sehe. Also rund 400 Personen die gleichzeitig den Berg runtergekarrt werden.

Die Fahrt erinnert etwas an eine Runde mit dem Silverstar im Europapark. Man sieht nicht genau was kommt, aber es geht auf alle Fälle mit vollem Schwung da durch.

Danach gehts dann mehr oder weniger direkt nach Taungoo weiter nördlich.

Tag 7 – Bago bis Golden Rock

Nun geht es los Richtung Mandalay von wo aus wir Myanmar wieder verlassen, allerdings erst in 12 Tagen. Heute standen weitere Pagoden und Buddha Statuen auf dem Programm. Es werden nicht die letzten gewesen sein, denn es gibt unzählige in diversen Grössen.

Der Tag beginnt jedenfalls damit, dass wir von unserem Fahrer Myo, abgeholt wurden. Beim Verlassen der Stadt, wird die Hälfte des vereinbarten Betrages verlangt, um für den Weg gewappnet zu sein. Wir übergeben unserem Fahrer also 500$, welche er irgendwo unterwegs bei seinem Händler des Vertrauens wechselt. Es sieht irgendwie aus wie bei James Bond, ein unscheinbarer Mann mit grüner Einkaufstüte steigt in unseren Wagen, nimmt die 5 nagelneuen 100$ Scheine entgegen und übergibt dafür unserem Fahrer ca. 500‘000 Kyat. Auf uns wirkt es eher wie eine Szene aus einem Kinofilm, wo wir gerade in der ersten Reihe sitzen. Tja, andere Länder, andere Sitten.

Dann geht’s los Richtung Boga. Dort besichtigen wir einen Tempel, eine Pagoda, einen liegenden Buddha sowie einen wiederaufgebauten Palast.
Das Highlight ist definitiv der liegende Buddha. Nicht unbedingt wegen des Buddhas, sondern mehr wegen den Besuchern. Während wir überlegen ab wo man die Flip-Flops wohl ausziehen muss, gehen die Locals definitiv lockerer mit ihrem Besuch hier um. Ganze Familien sitzen zusammen und essen gemeinsam zu Mittag.
Während wir dann noch überlegen, ob wir einige dieser Szenen hier fotografieren dürfen, da wir unmöglich alle um Erlaubnis fragen können, bemerken wir wie wir heimlich fotografiert werden.

Darauf reagieren wir mit einem Lächeln und es kommt zu witzigen Szenen. Ganze Gruppen rennen nun zu uns und lassen sich mit uns ablichten.
Solche Szenen wiederholen sich während dem ganzen Tag. Immer wenn sich uns jemand jemand mit einem Handy nähert, lächeln wir freundlich und wir werden abgelichtet und lichten natürlich auch ab.

Unglaublich was ein Lächeln bewirken kann. Für Franziska und mich ist es das wahre Highlight wie viel sichtliche Freude es ihnen macht und wie sie versuchen ein wenig zu plaudern.

Das Mittagessen gibt es erst am Nachmittag in einem Restaurant, wo es nur lokales Essen gibt. Eigentlich hatten wir nur je ein Curry bestellt, aber geliefert wurde aber ein ganzer Tisch verschiedener Gemüse und Reis so viel man mag. Gemäss unserem Fahrer „macht man das hier so“. Man bestellt nur ein Curry, der Rest gehört einfach dazu.
Sogar ein Dessert wird geliefert, eine Art Kugel die – wenn wir es richtig verstanden haben – aus Palmsaft hergestellt ist und an Caramel erinnert.

Da wir vom nicht viel tun ziemlich geschafft sind, nicken wir beide auf dem Rücksitz ein und lassen uns Kyaikto fahren, wo wir die Nacht verbringen.

Tag 6 – Yangon

Geplant war, dass wir die Shwedagon Pagoda bei Morgenlicht besuchen. Um 5 Uhr aufstehen und etwas danach dort eintreffen. Ich bin dann allerdings alleine los und auch erst kurz nach 6.

Dafür haben wir uns später einen prima Kaffee und Tee in einem Top Hotel am Inya Lake gegönnt. Aber erst mal von Anfang an.

Franziska hat sich eine Blasenentzündung eingefangen und daher auf den frühmorgendlichen Ausflug zur Pagoda verzichtet. Sie hatte eine ziemlich unruhige Nacht und war daher froh um ein paar weitere Stunden Schlaf.

Ich bin dann also alleine los und wollte mir die Atmosphäre am frühen Morgen anschauen und noch ein oder zwei Fotos schiessen.

Erstaunlich, was hier um 6:30 schon los war. Schon hunderte von Leuten sind unterwegs. Mönche, Touristen, Familien mit Kindern, alle waren da. Noch mehr erstaunt da, dass sich einige tatsächlich die Zeit nehmen, um zu meditieren. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass dieser Platz nicht mit einer Kirche zu vergleichen ist in der höchstens ein Flüstern oder ein heruntergefallenes Gesangsbuch zu hören ist. Nein, hier gibt es unzählige Glocken die geschlagen werden, Menschen die beten oder singen und sogar grosse Soundanlagen werden eingesetzt, um die Goldplatten anzupreisen, die man hier kaufen kann um die Pagoda zu erweitern.

Vor der Rückfahrt habe ich dann noch versucht einem Geldautomaten lokale Währung zu entlocken. Von den vier Automaten, die jeweils bei einem Haupteingang stehen, hat keiner funktioniert, wie übrigens auch die anderen 12, die ich im Verlauf des Tages noch ausprobiert habe. Weder Mastercard, Maestro noch Postcard haben funktioniert, obwohl jeder Automat mit den entprechenden Signeten versehen war. Wir hatten aber auch nicht mit so vielen Automaten gerechnet und entsprechend genügend Bares mitgebracht.

Danach im Hotel haben wir uns nach einem Onkel Doktor umgeschaut. Da wir morgen Richtung Mandalay aufbrechen wollen und unterwegs wohl mit weniger Infrastruktur rechnen müssen, wollen wir keine Risiken eingehen. Gemäss unseren Infos gibt es eine SOS International Klinik in einem Hotel Namens Inya Lake Hotel. Da es keine Voranmeldung braucht, ziehen wir bald los und verbringen mehr oder weniger den Tag in dem Hotel bzw. zwischen Hotel und Klinik, denn es herrscht ziemlicher Betrieb.

Dafür kriegen wir mal eine Zeitung in die Finger. Ich muss bei den Schriftzeichen immer gleich an Google denken. Die Schriftzeichen sind mehrheitlich rund und ähneln je nachdem dem Google-Schriftzug. 😉

Aber es gibt, wie schon erwähnt, im Hotel feinen Kaffee und Tee für die Patientin. Nach ca. 4,5 Stunden sind wir wieder auf dem Rückweg um uns noch einen chinesischen Tempel anzuschauen und dann den Abend mit einem feinen Abendessen zu beenden. Und es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die verschriebenen Antibiotika vermutlich nicht benötigt werden, denn Franziska fühlt sich schon wieder fit. Die Packung darf aber mit und wir bleiben mit dem Arzt in Kontakt. Aber unserer Weiterreise steht somit nichts im Weg.

Tag 3 – Phuket

Da ich noch nicht für eine All-Inklusiv-Touristen-Tour bereit war, haben wir uns entschlossen nochmals einen Tag im Sattel zu verbringen. Als Ziel haben wir uns die Altstadt von Phuket vorgenommen. Gemäss Internet-Recherchen wird diesem Teil von Phuket von Reisenden zu wenig Beachtung geschenkt.

Das nehmen wir uns zu Herzen und düsen nach Phuket Stadt. Nach dem ersten erfolgreichen Tag lassen wir es uns nicht nehmen, unser Glück auch mal auf einer Hauptverkehrsachse zu versuchen. Oder herauszufordern?

Alles locker, nach den zwei Tagen lässt sich sagen, dass die Thai‘s sehr gut aufeinander achten. Derjenige der überholt, passt auf und riskiert nichts. Und im Gegensatz zu Indien, wo vor und nach jeder Aktion die Hupe gedrückt wird, kommt sie hier nur selten aber gezielt zum Einsatz.

Nun Phuket Old Town ist eine Altstadt wie sie auch bei uns sind. Viele Einbahnstrassen und Menschen und vor allem ist sie alt. Sonntags findet hier ein Markt statt. Dann werden die Häuser dekoriert und die Strassen füllen sich. Da wir aber an einem Mittwoch zu Besuch waren, haben wir uns auf die historischen Gebäude konzentriert, welche die Portugiesen hier gebaut haben.
Viele davon sind ziemlich in die Jahre gekommen, aber es gibt auch renovierte Bauten, welche mit deftigen Farben bepinselt wurden. Aber es passt irgendwie hierher.

Unter anderem gibt es hier diverse Hotels, Tempel,  westliche Cafés, Shops und lokale Küchen. Ein buntes Durcheinander. Wir können nur erahnen was hier Sonntags los sein muss.

Da die Hitze uns doch noch etwas zugesetzt hat, haben wir Old Town dann bald wieder Richtung Swimmingpool verlassen.

Rückblickend lässt sich sagen: Es war ein angenehmer Aufenthalt in Phuket. Surin Beach ist ruhig und sicherlich angenehmer wie Patong Beach, wo wohl erst Abends so ordentlich die Post abgeht. Das zumindest lassen die unzähligen Bars und westliche Fastfood-Ketten vermuten. Spannend wären aber sicher auch einige der Inseln rund um Phuket.

Wir sind nun jedenfalls vorgewärmt beziehungsweise gekocht und geschmort und bereit für Myanmar wo wir bis 28. November von Yangon nach Mandalay reisen werden.

Abstecher nach Mauritius

Unsere kurze lange Reise führte uns auf die südliche Hemisphäre. Kurz weil nur acht Tage und lange, weil wir via London ca. 15 Stunden Reiseweg hatten.
Auf Mauritius angekommen, wartete die erste Feuerprobe. Wir begaben uns zum Gepäckband und warteten auf unser Gepäck, das nicht kommen sollte. Wir hatten gemeinsam nur einen Koffer eingecheckt, somit fehlte uns praktisch alles, ausser die Kameras und einige Ladekabel die wir aus Sicherheitsgründen im Handgepäck hatten.
Da wir nicht die einzigen Passagiere waren, die von diesem Maleur betroffen waren, dauerte es seine Zeit, bis wir den Report und eine kleine Entschädigung von 4000 Rupien (ca. 120 CHF) erhielten.

Zu unserem Glück hatten wir noch den ganzen Tag vor uns und konnten uns also Zeit lassen, um unsere Pläne zu überdenken. Statt die Insel während der Woche zu erkunden, entschlossen wir uns dies in den ersten beiden Tagen zu machen, um so auch mobil zu sein und Noteinkäufe zu tätigen.

So verbrachten wir den Samstag mehrheitlich im Auto auf der Suche nach den wichtigsten Kleidungsstücken. Und ebenfalls den Sonntag, denn entgegen unserer Annahme, dass wir das Gepäck innert 24h erhalten würden, tauchte es erst am Abend des zweiten Tages irgendwo in London auf. Daher mussten wir uns auf das Schlimmste vorbereiten, um nicht die ganze Woche auf den feinen weissen Sand am Strand zu verzichten.

Unser Hotel „Veranda Palmar Beach“ ist schon etwas in die Jahre gekommen, aber konnte dennoch seinen Charme behalten. Einzig unser Zimmer war etwas „müffelig“. Aber das Essen war super und das Personal sehr freundlich. Gerade mit unserem Dilemma mit dem Gepäck hat man uns oft die Telefonate mit dem Flughafen übernommen.

Aber natürlich haben wir doch so einiges auf der Insel besichtigt. Da gibt es einige farbige Erdhaufen Namens „Seven Coloured Earth“. Erde die auf Lavagestein basiert und durch die unterschiedlichen Temperaturen verschiedene Farben angenommen hat. Wirklich eindrücklich wie das Ganze aussieht. In dem Park gibt es auch Riesenschildkröten, aber vermutlich sind die hier eher adoptiert denn heimisch. So abgelegen wie der Park ist, hätte es wohl das Ganze Leben der gepanzerten Tierchen gedauert hierher zu gelangen.
Auf dem Rückweg sehen wir sogar noch das „Matterhorn von Mauritius“. Das lese ich zumindest am nächsten Tag in der Zeitung. 250 Stück soll es weltweit geben, !drei! davon in der Schweiz. Und eben eines auf Mauritius. Eine gewisse Ähnlichkeit ist tatsächlich vorhanden, obwohl eine kleine Version vom Orginal.

Die Insel selbst sieht irgendwie aus, wie von Zuckerrohr zusammengehalten. Man fährt durch Zuckerrohrfelder, um dann wieder in einen kleineren Ort zu gelangen. Es gibt Vulkangestein mitten in den Feldern, was sie aussehen lässt wie riesige, unaufgeräumte Äcker.
Viele Strassen führen der Küste entlang, was anfangs für uns sehr speziell wirkt, immer wieder entlang des Wassers zu fahren, jedoch mit der Zeit zieht sich die Fahrzeit so in die Länge. Denn statt eine gerade Strecke zu fahren, werden die unzähligen Kurven doch irgendwie monoton. Trotzdem müssten wir beim Fahren mit allem rechnen: Da die Strassen eng sind und es meistens keine Trotoirs gibt, stellen frei herumlaufende Hunde und Hühner immer eine unkalkulierbare „Gefahr“ dar. Ebenso sind die Überholmanöver von Busen und Lastwagen – die gut aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg stammen könnten – immer ein gewagtes Unterfangen.

Die Mobile Kommunikation stellt sich für einmal mehr als sehr hilfreich heraus. Mit Offline Google Maps Karten lässt sich definitiv besser durchs Land navigieren wie mit Papierkarten die man bei den Autovermietungen erhält.
Eine Erkenntnis die sich am zweiten Tag einstellt nachdem wir beide Optionen ausprobiert hatten.

Kulturell ist das Land schwierig einzustufen. Als die Insel um 1630 entdeckt wurde lebte niemand auf der Insel. Mal abgesehen von dem unglücklichen Dodo. Einer Art Vogel die jedoch nicht fliegen konnte, was ihm wohl zum Verhängnis wurde. Der Mensch machte ihn zum Haustier und den noch frei lebenden Tieren wurden die eingeschleppten Ratten zum Verhängnis. Zumindest dem Nachwuchs der sich noch in seiner vorgeburtlichen Form – dem Ei – befand.
Die Entdecker wie auch die späteren „Besucher“ hinterliessen ihre Spuren. Man fährt links und die Steckdosen sind nach Englischem Beispiel. Die offizielle Sprache ist Französisch, obwohl sich eine eigene Sprache „Kreolisch“ entwickelt hat. Sie ist stark ans Französische angelehnt, hat aber eigene Begriffe. Erinnert irgendwie an unsere Walliser. 🙂 Ein schlichtes „Comment ça va“ wird zu einem „Ki maniere“, welches dann hoffentlich mit einem fröhlichen „mo bien“ beantwortet wird.
Die Menschen sind aber hauptsächlich aus Afrika, China und Indien eingewandern, wobei die Inder ungefähr 70% ausmachen. Dass es indische Einwanderer gibt, ist ziemlich schnell klar. Es gibt einige typisch indische Tempel, aber zwischendurch wird auch mal eine Strasse gesperrt für eine farbenfrohe Prozession.

Die Woche ist trotz allem sehr schnell rum. Aufgrund der Tatsache, dass wir zur lokalen Winterzeit auf Mauritius waren, hat sich dies auch in den Temperaturen und dem Wetter wiederspiegelt. Teilweise war es hier 24 Grad, während zuhause 32 Grad waren. Auch hat es praktisch jeden Tag geregnet (ausser die beiden Tage als unsere Badehosen sich irgendwo zwischen London und Mauritius befanden), dennoch haben wir täglich ein wenig Sonne abbekommen und viel gelesen.

Für den letzten Tag entschieden wir uns ebenfalls ein Auto zu mieten. Da der Flug erst am späteren Abend stattfand, wollten wir nicht irgendwelche anderen Zeiten gebunden sein. Zudem wäre der Preis für die Fahrt vermutlich etwa gleich hoch gewesen wie die Miete.
So konnten wir noch den riesigen botanischen Garten besichtigen, wo uns die reale Welt des Touristen wieder einholte. So wurden wir von einem „Parkplatz-Wächter“ kurzerhand ausgenommen. Zwar hat er wie versprochen auf das Fahrzeug aufgepasst, aber der Preis den er verlangt hatte, hätte wohl hier in der Schweiz mithalten können. Zumal der Parkplatz eigentlich gratis gewesen wäre. Da wir aber nicht den vollen Preis bei Ankunft bezahlt hatten, war die Nachverhandlung entsprechend kurz. Ihm war klar, dass er zuviel verlangte und da es uns auch klar war, wollte er wohl das was er schon hatte nicht mehr riskieren.

Der Rückflug selbst war nicht weniger lang wie die Anreise, aber wir hatten Glück und hatten zu zweit 4 Plätze zur Verfügung und konnten so doch ein paar Stunden schlafen. Da wir aufgrund der Einkäufe schliesslich ein zusätzliches Gepäckstück hatten, durften wir noch erfahren wie man in der Schweiz mit Gepäckverlust umgeht. Denn unser neues Gepäckstück blieb wohl wiederum in London liegen. 10 Minuten für den Report und nach 4 Stunden wurden wir per SMS informiert, mit welchem Flug das Gepäck ankommen würde und wann es der Lieferdienst am Flughafen abholen würde. Innert 24h befand sich das Gepäckstück wieder in unserem Besitz. Welcome back to Switzerland!

Rückblick erste Woche

Wir haben die erste Woche gemeistert und sind brav zur Schule gegangen. Wie sich herausgestellt hat ist die Schule relativ gross und im Moment auch gut gefüllt. So gut, dass es auch Nachmittags Klassen gibt. Die Einteilung basiert aufgrund des Levels und man hat darauf keinen Einfluss wie es heisst. Wir haben Glück und können die Morgenklasse besuchen. Sonst hätten wir einiges schwänzen müssen da wir einiges geplant haben.

Am Montag gab es die „Welcome Party“ der Schule. Standesgemäss in der Ausgehmeile von Malta, in Paceville. Hier kann man sich mehr oder weniger täglich ordentlich die Kante geben. Die Klubs sind bis tief in die Nacht geöffnet und mit Studenten besetzt die wohl am nächsten Tag die Schule nicht betreten werden.

Nun meine Lehrerin fragt fast täglich, ob es irgendwelche Partys gab, da die Klasse recht spärlich besetzt ist. Von möglichen 13 Studenten sind anfangs ca. 5 anwesend und mit etwas Glück sind es 10 bis zum Ende der Schulstunden. Der Vorteil daran ist, dass die Theorie so mehrfach repetiert wird. Der Unterricht setzt logischerweise auf dem Vortag auf und da meist nur die Hälfte anwesend war, wird es erneut erklärt. Allerdings wird es nach dem vierten Mal doch irgendwie nervig.

Da wir ja nun per Auto unterwegs sind, liegt alles irgendwie näher. Parkplätze gibt es reichlich und meistens ohne Gebühren. Einzig in der Hauptstadt Valetta und dem stark besiedelten und Hotelreichen Sliema sind Parkplätze Mangelware.

Die Stadt Mdina wird auch „the silent city“ genannt. Und tatsächlich ist es hier irgendwie geheimnisvoll ruhig. Mag allerdings auch damit zu tun haben, dass hier nur wenige Autos unterwegs sind und sich dadurch der Adrenalin-Spiegel absenkt, da hier keine Gefahr droht.

Wir geniessen die Ruhe jedenfalls und spazieren durch die Stadt mit den hohen Mauern. Von aussen unterschätzt man die Grösse, da die Stadt irgendwie in den Hügel hineingebaut würde. Was wohl in vergangenen Jahrhunderten manchem Angreifer die Pläne durchkreuzt hat.

Ein Tempel, den ich bei meinem letzten Tripp im 2006 nicht gesehen habe, ist das Hypogeum. Da pro Stunde nur 10 Personen den Tempel betreten dürfen, haben wir die Tickets schon 5 Monate im Voraus gekauft. Ein weiteres Unesco Weltkulturerbe. Ein ca. 5000 – 6000 alter Tempel mitten in einem Wohnviertel. Wir durften selber keine Bilder machen. Da der Rundgang begleitet ist, wird dies auch kontrolliert.

Das Wochenende haben wir dann auf der Schwester-Insel Gozo verbracht, in der Bucht Xlendi. Ein traumhafter Ort: schön, ruhig mit Sicht aufs Meer. Nur morgens ist hier wirklich was los. Dann wenn die Taucher die Strassen verstopfen, um die Höhlen in der Bucht oder per Boot einen benachbarten Divespot zu betauchen. Wir müssen leider aufs Tauchen verzichten. Ich bin leicht erkältet und Franziska verbringt den ganzen Samstag im Bett.

Am Sonntag, auf dem Rückweg nach Malta, schauen wir noch beim Azure Window vorbei. Ein natürlich entstandenes Loch im Felsen. Von diversen Postkarten, wissen wir welchen Wellen dieser Fels standhalten muss – oder eben wie das Loch langsam ausgearbeitet wurde. Wir können das Loch aber bei wunderbarem Wetter abbilden. Obwohl es reizt auch mal hier zu sein, wenn es ordentlich stürmt. Die Taucher, die hier ebenfalls unterwegs sind, wären sicherlich nicht sonderlich „amused“ mit Wellen von fünf Meter höhe.

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