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Anflug und erster Tag

Anflug und Ankunft

Stilgerecht flogen wir am späten Nachmittag mit Air Malta die kleine Mittelmeerinsel (unterhalb von Sizilien) an :-).

Malta’s Multi-Kulti beweisst sich gleich schon im Flugzeug bei der Begrüssung vom Kabinenpersonals – denn Malti ist eine Sprache mit diversen Einflüssen ist: Mal klingt es nach italienisch, mal arabisch und verstehen tut man beinahe nix. Zudem gehört – neben Malti – Englisch zur Amtsprache.

Angekommen am Flughafen holt uns wie geplant unser Pick-Up-Fahrer ab und wir werden durch den bereits dunklen Abend direkt zur arrangierten Ferienwohnung chauffiert. Claudette, die Hausherrin, empfängt uns freundlich und bald stehen wir in der kleinen Dachwohnung. Ähm, eigentlich hatten wir ja eine Wohnung mit gut 6 Betten, Küche, Wohnzimmer und zwei Bädern reserviert. Claudette erklärt uns, dass sie ein wenig umarrangieren musste und wir darum das 1-Zimmer Appartement für die nächsten fünf Tage bewohnen werden. Ein wenig überfahren beziehen wir das kleine Reich, dass mit dem Dachsitzplatz auch seinen Charm hat.

Erster Tag

Der erste Tag war der Erkundung der Innenstadt und dem Auffinden unserer Schule gewidmet. Am Besten geht das per Bus: Dieser kennt den Weg und wir können einfach die Gegend an uns vorbei ziehen lassen, mal in den Stadtplan schauen und uns schon ein wenig mit dem maltesischen Fahrstil vertraut machen.

Leider mussten wir feststellen, dass die berühmt-berüchtigten Oldtimer-Buse seit einiger Zeit nicht mehr in Betrieb stehen, sondern ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn die Führung übernommen hat. Dies wäre wirklich ein Highlight gewesen. *snief* (googlet mal nach „Malta Buses“)

Unser erstes Ziel war also unsere Sprach-Schule zu finden. Dies gestaltete sich ziemlich mühsam, denn breite Trottoirs sind hier eine Seltenheit und um die Hauptstrasse zu über- resp. unterqueren mussten wir einen grossen Umweg machen. Nicht auf Anhieb und schon ziemlich erschöpft, fanden wir nun also das ClubClass Gebäude. *puh* Also, dem „Schulstart“ steht nichts mehr im Wege ;-).

Zurück im St. Julians gings nun auf nach Valletta.

All die kleinen und grösseren Häfen, die Geschäfte, Cafés, Promenanden und Badeorte verleihen St.Julians, Il-Gzira, Sliema und Valletta einen geschäftigen aber dennoch gemütlichen Charme. Temperamentvolle Autofahrer schlängeln sich im Linksverkehr die engen Strassen entlang, Spaziergänger versuchen wagemutig die Strassen zu überqueren und in regelmässigen Abständen preisen Pubs Bier und Live-Football an. Also ein wenig so, als ob man England im Süden erkunden würde.

Nach gut 50 Minuten erreichen wir Valletta und machen uns auf, die maltesische Hauptstadt – und ein UNESCO Weltkulturerbe – zu erkunden. Bereits zu Beginn erkennt man, dass die erhöhte Lage und das dicke Mauerwerk die Stadt bestens effizient schützen. Auch hier reihen sich Geschäfte, Restaurants, Cafés, Fastfood-Ketten, Museen und Regierungsgebäude aneinander, jedoch fällt auf, dass es hier keinerlei Hotels gibt. Somit ist Valletta den Tag durch gut frequentiert, aber am Abend und in der Nacht ruhig und eher verlassen.

Nach einem ersten Zwischenhalt in einem der vielen Cafés resp. Pubs schmieden wir Pläne für den kommenden Tag und stellen fest: Wenn wir mehrere Sehenswürdigkeiten ausserhalb der Innenstadt an einem Tag besuchen wollen, dann ist ein fahrbarer Untersatz ideal. Somit ist die Sightseeing Tour für den Moment beendet und Projekt „Rent a Car“ wird lanciert.

Zurück in St. Julians suchen wir am späten Nachmittag einen Autoverleih – nur ausser Hertz hat nun leider niemand mehr geöffnet. Gemäss unserer Recherchen ist dieser aber zu teuer und wir ziehen weiter. Unsere Jagd bleibt nicht erfolgreich und somit trösten wir uns zuerst mal mit einem Gelati. 🙂

Nach einem Zwischenhalt „zuhause“ geht’s am Abend nochmals auf nach Paceville – die Ausgangsmeile von Malta. Nur um gut 9 Uhr ist hier noch tote Hose und wir versuchen unser Glück im Casino. Ich persönlich mag die Atmosphäre mit all den blinkenden Lichtern, dem verspiegelten Wänden und Säulen, dem adrett gekleidetem Personal und dem dicken Teppich. Spielen tu ich jedoch nicht unbedingt. Lieber schau ich Beat zu, wie er am Black-Jack Tisch ein paar Euros verspielt und fiebere mit.

Zu gemässigter Stunde geht’s dann Heim und wir gönnen uns den wohl verdienten Schlaf.

Tag 28 – Von Bogmalo nach Aurangabad

Heute steht mal wieder Reisen auf dem Programm. 🙂

Wir haben für die Strecke Bogmalo (Bundesstaat Goa) nach Aurangabad (Bundestaat Maharashtra) wieder mal das Fortbewegungsmittel Flugzeug gewählt, weil wir mit Bus oder Zug unzählige Male umsteigen müssten und das garantiert schneller geht. (Beide Flüge dauern ungefähr eine Stunde.)
In Mumbai steigen wir um und nach einem kurzweiligen Aufenthalt geht’s weiter nach Aurangabad. Beide Flüge sind, wie’s bereits Tradition ist, verspätet. 🙂 Auch die  Sicherheitskontrollen sind immer wieder unterhaltsam: Hier wird das Flugticket mindestens fünf mal geprüft, aber es wird nicht kontrolliert, ob man überhaupt diejenige Person ist. Das passiert nur beim Checkin und dies muss anscheinend genügen.

In Aurangabad erwarten wir den von Hotel bestellten Abholservice – aber da ist niemand. Da wir auch für den Taxi-Service für den morgigen Tag keine Bestätigung vom Hotel erhalten haben, zweifeln wir, dass wir morgen abgeholt werden. Wie es der Zufall so will werden wir von Taxi-Angeboten beinahe überrannt. Unser Vermittler vom Prepaid-Taxistand macht einen guten Eindruck und einen vernünftigen Deal. Gekauft! Zusammen mit einer Belgierin teilen wir uns nun die Anfahrt zum Hotel und dem morgigen Trip zu den buddhistischen Höhlen von Ajanta.

Kurze Zeit später erreichen wir unser gebuchtes Hotel. Die Jungs an der Reception machen jedoch einen etwas verlorenen Eindruck und auch die Zimmerbesichtigung läuft nicht koordiniert ab: Zuerst werde ich ins falsche Stockwerk geführt, danach muss unser Bad noch geputzt werden, und schließlich wechseln wir das Zimmer, weil es zu laut ist. 
Währenddessen übernimmt Beat das Checkin. Da wir alles online gebucht haben, können wir die Bestätigung nur auf dem iPad vorweisen. Das scheint nicht zu reichen, aber da es noch keinen portablen iPrint gibt, fragt Beat nach einer eMail, um diese zu senden. Der Herr an der Reception verneint die Frage. Keine Email. Das erklärt auch den Umstand, dass wir auf unsere Anfragen keine Antworten erhalten haben. Das überrascht nur deshalb, weil es auf der Homepage heisst, dass eMails innert 4 Stunden beantwortet werden. Aber diesmal haben wir Glück, ein zweiter Mann erinnert sich wohl an die eMail-Adresse die auf der Visitenkarte des Hotels abgedruckt wurde. 😉 
Als wir anschließend das Zimmer beziehen und beim Zimmerservice zwei Chai’s bestellen, werden diese in Espresso-Tassen geliefert und kurz darauf werden diese wieder eingezogen. Tja, wir sehen wohl nicht so vertrauenerweckend aus. 😉

Incredible India! 🙂

Tag 25 – Bogmalo

Heute standen wir in aller Frühe – für Ferienverhältnisse – auf, um mit einem Dive-Instructor (Gary) in Goa zu Tauchen.
Wir haben Gary auf sein Tattoo «04:56 12.05.2012 8848M» (ein Datum inkl. Uhrzeit und eine Zahl) angesprochen und wollten wissen, was es bedeutet. Er erklärte uns dann, dass er im an dem Tag zu der Zeit auf dem Mount Everest war. Als Dive-Instructor verdient er seine Brötchen und ausgeben tut er es, indem er immer wieder auf irgendwelche Berge klettert. Capeaux!

Da Bogmalo über keinen Hafen verfügt, musste nach dem Check der Ausrüstung und dem Beladen, das Boot, welches am Sandstrand lag, gewassert werden. Für Landratten wie wir es sind, ein kleines Abenteuer für sich :-).
Danach gings zu einer Insel (Grande Island), wo wir den ersten Dive machen wollten: ein Wrack-Dive. Das wäre natürlich DAS Highlight gewesen, doch die Sicht war so miserabel, dass wir nicht einmal bemerkten als sich uns der Grund näherte. Sehen konnte man knapp 2m weit und so brachen wir diesen Dive ab. Am nächsten Spot war die Sicht schon massiv besser, aber trotzdem nicht spektakulär. Ein paar Fische, ein grosser Lobster und ein «Riff», dass nicht wirklich viel zu bieten hatte. Sogar der Zürisee kann sich damit messen. :-/ Der nächste und letzte Dive war auch nicht sonderlich spektakulär. Hier gab es mehr Fische und die Unterwasserlandschaft war ein wenig spannender. Richtig warm wurden wir tauchtechnisch mit Goa also nicht, aber für uns haben sich die Dives fürs Auffrischen dennoch gelohnt.
Am Strand von Bogmalo angekommen wurde es dann nochmals spannend. Wir mussten am Sandstrand auswassern. Sprich: Man versucht mit Anlauf in die Brandung zu fahren und nutzt die Welle so weit wie möglich. Danach ist Handarbeit angesagt. Gemeinsam zieht man das Boot auf ausgelegte Holzbalken und später wird mit einem Seil, das an einem Auto angemacht ist, das Boot langsam weiter an Land gezogen. Anschliessend kommt der Transportschlitten zum Einsatz, dessen Räder mit langen Brettern unterlegt sind. Per Seil wird das Boot dann auf diesen gezogen und anschliessend kann das Boot auf den Rädern weiter an Land gefahren werden. Et voila!

Nach dem Tauchen hatten wir riesig Hunger und schlugen uns die Bäuche voll – mmmh!
Den Nachmittag verbrachten im Resort und erholten uns.
Gegen Abend gings dann wieder an den Bogmalo Beach, wo wir in einem Restaurant mit WiFi die Weiterreise nach Aurangabad planten. Während wir planten, füllte sich das Restaurant mit indischen Gästen und nebenan lief noch die Karaoke Show für einen Kindergeburtstag! Richtig unkompliziert und ganz anders als in Nord-Indien wird hier miteinander umgegangen und es scheint auch, dass sich hier die Frauen weniger verstecken müssen. 

Tag 22 – Panaji

Hier in Goa scheinen die Temperaturen konstant hoch zu sein. So ist es am Morgen bereits angenehm warm und wir machen uns – in Anleitung von unserem Hausherrn – auf die Suche nach einer Motorroller Vermietung.

Motorroller-Fahren ist eine günstige Variante um voranzukommen und man ist flexibel und meistens schnell. Die Herausforderung ist jedoch den Fahrstil der Inder anzunehmen und gleichzeitig sich im Linksverkehr einzufügen. Da Beat seinen Führerschein zuhause hat, bleibt uns legalerweise nur die Option, dass ich mich ans Steuer wage. Ganz einfach fällt mir das nicht, auch da ich mit Beat auf dem Rücksitz mit dem Gleichgewicht hadere. Wir fahren ein bisschen in der Stadt umher und bald schon wagen wir uns auf die Hauptstraße. Unser nächstes Ziel: Dona Paula.

Dona Paula liegt etwas südlich von Panaji am Meer. Es heißt, dass sich Dona Paula hier von den Klippen in den Tod stürzte, weil sie nicht mit einem hiesigen Fischer verheiratet werden wollte.
Wir kommen aber hierher, um den Strand und ein Hotel zu begutachten, wo wir ein paar Tage relaxen und ein paar Tauch-Ausflüge starten wollen. 
Der Strand und das Hotel sind zwar in Ordnung, die Tauchschule würde uns auch passen, aber die Atmosphäre ist sehr touristisch. Wir wollen mal weiter schauen. 
Dazu ziehen wir uns in ein Café zurück und genießen ein paar Tassen richtigen Kaffee und informieren uns. Beat findet ein gemütliches Resort in Bogmalo, welches ein wenig abgeschieden ist. Am Bogmalo Beach gibt’s auch noch eine Tauchschule. Treffer – das nehmen wir!

Am Abend haben wir geplant zusammen in eines der zahlreichen Casinos zu gehen. Beat nimmt das gleich zum Anlass sich neu entzukleiden und geht ordentlich Shoppen! Vergleicht man die europäischen Läden mit denen von hier, sieht das geübte Shopping-Auge gleich: die Abteilung für Männer ist viel größer, wie die der Frauen. Teilweise gibt’s gar keine Kleider für Frauen. 🙁 Um mich ein wenig zu beschäftigen spiele ich die Modeberaterin/Mädchen-für-alles.

Tag 21 – Von Varanasi nach Panaji (Goa)

Heute fliegen wir von Varanasi über Mumbai in den Bundesstaat Goa. Nach all dem Herumreisen wollen wir uns im tropischeren Teil Indiens ein paar gemütliche Tage gönnen.

Früh am Morgen macht sich Beat alleine auf den Weg. Er will die Stimmung nochmals erleben und hofft auf eine rituelle Verbrennung. 
Mit den Details verschont er mich, aber soviel ist klar, es verläuft anders wie bei uns…

Immer noch früh am Morgen treffen wir uns dann auf einen Chai Tea (Masala Tea) am Assi Ghat, das sozusagen vor unserer Haustüre liegt. Gemütlich können wir uns auf den Stufen eines improvisierten Café’s niederlassen und dem Treiben der indisches Gläubigen, den Touristen und den noch wenigen Verkäufern zuschauen. Wir haben Glück: Unser Chaiwala (Chai Verkäufer) scheint ein herzensguter Mensch zu sein, denn er gibt Armen gratis Chai ab und füttert zudem die herumstreunenden Hunde mit Kecksen. Auch sonst ist es recht unterhaltsam. Bald schon sind wir umgeben von jungen Indern, die entweder nur Chai trinken oder von solchen, die sich mit uns unterhalten wollen. Ich für meinen Teil, muss da aufpassen, dass mir nicht noch meine Uhr angeschwatzt wird.

Kurz nach 8 Uhr verlassen wir mit einem Lächeln auf den Lippen Varanasi und fahren per Tuktuk zum 20km entfernten Flughafen. (Die Fahrt dauert knapp eine Stunde!)

Unsere beide Flüge, die zwischen einer und zwei Stunden dauern, hatten jeweils mehr als eine Stunde Verspätung. Unser vorläufiges Fazit: von 2x Zugfahren > 1 Verspätung; 2x Fliegen > 2 Verspätungen.

Angekommen in Flughafen Dabolim (Goa) steigen wir in einen Bus ein, der uns zur Ankunft bringen soll. Es ist sehr warm, der Bus ist voll und hat keine Klimaanlage. Wir fragen uns also, wann wir losfahren und wir lange die Fahrt wohl dauert. Kaum geht’s los, ist die Fahrt auch schon zu Ende: 50m weiter – hinter dem Flugzeug – befindet sich die Ankunft. 🙂 
Bald darauf sitzen wir im Prepaid Taxi und lassen uns nach Panaji, der Hauptstadt des Bundesstaates Goa fahren.

Goa wirkt auf uns viel gemächlicher, sauberer und auch ein gewisser Wohlstand lässt sich erahnen. Auch auffällig: Hier wird viel weniger gehupt. Wellness für unsere Ohren. 🙂

Vor dem Guesthouse erwartet uns schon unser Hausherr. Kurz nachdem wir uns eingerichtet haben, lädt er uns auf eine kurze Rundfahrt zur Orientierung ein und zeigt uns ein gutes Restaurant, wo wir essen können.
Nach dem Abendessen wollen wir uns zu Fuß auf den Heimweg machen. Beat macht jedoch noch den Vorschlag fürs Kino – der neue James Bond läuft im Kino unweit von uns. Kaum vorgeschlagen ruft unser Hausherr an und bietet sich an, uns abzuholen. Das können wir kaum abschlagen :-). Er bringt uns zum Kino und wir kriegen noch zwei der letzten freien Plätze!

Ein langer Tag geht zu Ende.

Tag 19 – Varanasi

Ausgeruht, aber noch nicht topfit gehen wir heute gegen 8 Uhr auf die Suche nach Frühstück resp. nach einem richtigen Kaffee. Im Café ‚Open Hands‘ finden wir einen gemütlichen Ort, wo uns kein Instantkaffee serviert wird sondern Filterkaffee. Für uns also ein Fortschritt. 🙂

Danach geht’s zu Fuss weiter auf Erkundungstour.

Varanasi ist laut, voll und nicht gerade geruchsneutral. Aber für Hindus ist es einer der heiligsten Orte. Der Ort, wo man seine Seele in ‚Mutter Ganges‘ reinigen kann, an dem man sterben und kremiert werden möchte, um im nächsten Leben auf eine höhere spirituelle Ebene zu gelangen oder den Kreislauf der Wiedergeburt verlassen lässt.
Für mich ist es jedoch zur Zeit nur eine andere laute und touristische Stadt, und auch die badenden und betenden Inder ändern dieses Bild noch nicht.

Nach zahlreichen Strassen und Gassen gelangen wir an eine der vielen Ghats. Auch hier ist es nicht ruhig, besinnlich und sauber – so stelle ich mir einen heiligen Ort vor: Auf dem Nachbars-Ghat wird die Kremationstätte gerade gereinigt, an unserem Ghat sitzen Inder und Touris und auf der anderen Seite werden wieder Bootsausflüge am Laufband feilgeboten.
Wir laufen zurück zum Hotel, da nach 10 Uhr bereits die Hitze drückt.

Am Nachmittag geht’s weiter zu einer Tempel-Besichtigung. Der Rikschafahrer, mit dem wir fahren, versucht bereits zu Anfang Eindruck zu machen: Nach knapp 200m hält er an und kramt hinter unserem Rücken herum. Er zieht ein Buch hervor und beginnt zu blättern. Durch diverse Berichte von seinen Kunden aus aller Welt will er uns beweisen, wie super es ist mit ‚Bully‘ (so heißt er) in Varanasi unterwegs zu sein. Dann versucht er natürlich das Übliche: uns zu einer Rundfahrt inkl. Shop-Besichtigung zu bewegen. Wir sagen strickt ’nein‘ und lassen uns vor dem ‚New Vishwanath Temple‘ absetzten. 
Der Tempel ist neuer, aber nicht sonderlich schön und erinnert mit seiner einfachen kantigen Form eher an ein funktionelles Gebäude. 
Also lassen wir uns von Bully zurück fahren und starten zur ersten Bootstour. Aber zuerst müssen wir noch ein passendes Angebot finden. Unser Richtwert ist für eine Stunde ungefähr ab 100 Rupien. Der Erste will das 3-fache. Er scheint sich nicht so schnell runterhandeln zu lassen. Den Nächten können wir für 300 Rupien für 45 Minuten buchen. Also geht’s los im Motorboot.

Ich glaube Varanasi ‚by boat‘ ist ein MUST: Man kann sich viel ungestörter fortbewegen, genießt meisten freie Sicht auf die Ghats und auch das schnurren oder besser rumpeln des Motors hat was für sich. 🙂 
Doch als wir entdeckten, dass wir bereits nach einer viertel Stunde den Rückweg antreten, wurden wir unruhig. Nach knapp 30 Minuten legten wir wieder beim Assi Ghat an. Ganz klar für uns, dass wir nicht den ganzen Betrag bezahlen würden. 
Natürlich ließ dies der Captain unserer kleinen Nussschale nicht einfach durchgehen. Eine längere Diskussion zwischen Beat und ihm entbrannte. Da der Junge nicht seinen Chef holen wollte, nahm er schließlich die 250 Rupien an.

Voller Elan stellen wir uns kurz danach der Verhandlung mit den Rikscha-Wallas und den Tuktukfahrern, die uns ins Stadtzentrum bringen sollten. Nach kurzer Zeit gelangten wir zur ‚Dasaswamehd Ghat Road‘ und fanden uns mitten in der proppenvollen indischen Einkaufsmeile wieder. Wahrscheinlich eher als Fußgängerzone geplant, aber das heißt ja nicht, dass nicht auch Motorräder durch kommen?! Also wird wieder gehupt wie die Weltmeister. (Also, wer das Gehupe der Italiener nach einem gewonnenen Fussballmatch nicht beträgt, den würde Indien sicherlich in die Verzweiflung treiben.)
Am ‚Main Ghat‘ angekommen tummeln sich Stunden vor der eigentlichen Prozession schon Unmengen Menschen und wir verschieben den Besuch auf den morgigen Tag. Gemütlich laufen wir den Ghats entlang und dann durch die Gassen zurück zum Guesthouse – naja auf halber Strecke nehmen wir eine Rikscha – und gehen in der Nähe essen.

Tag 15 – von Bikaner nach Mandawa

Für die Autofahrt von Bikaner nach Mandawa benötigt man ungefähr drei bis vier Stunden. Es wird also eher eine kurze Etappe.

Obwohl Inder meistens recht ungestresst wirken, scheint, sobald sie motorisiert unterwegs sind, ein Schalter im Kopf umgelegt zu werden. Da wird gut und gerne auf einer zweispurigen Straße (mit Gegenverkehr) ein Laster zu dritt hintereinander überholt. Oder wenn sich Lastwagen trotz Gegenverkehr ein “Elefanten-Rennen“ liefern, dann wird halt eben ‚gelicht-hupt‘. Das geht nicht immer gut aus, wie wir an einem Lastwagen sehen ‚durften‘: den hat’s nämlich komplett umgenietet. (siehe Fotogalerie Maldawa)

Da wir in der Mittags-Hitze in Mandawa ankommen, nehmen wir uns zuerst ein wenig Zeit für die Planung der weiteren Route.
Danach wollen wir mithilfe eines Guides die Stadt erkunden.

Mandawa lag einst an der Seidenstraße, bietet aber außer eines Forts, das jetzt als Hotel genutzt wird, und vielen schönen Havelis nicht sehr viel. Dafür ist die Hauptstraße gut belebt und ein paar Schnappschüsse können wir sammeln.

Nach dem Abendessen genießen wir diesen eher ruhigen Tag, mit einem Film im TV und damit unsere Gadgets wieder aufladen 🙂 .

Beitrag veröffentlicht von Mandawa, Rajasthan

Tag 10 – von Udaipur nach Jodhpur via Ranakpur

Dieser Streckenabschnitt – von Udaipur nach Jodhpur – versprach etwa 6 Stunden Fahrzeit in Anspruch zu nehmen. Auf dem Plan stand jedoch in Ranakpur Zwischenstation zu machen.

Ranakpur ist bekannt wegen seiner üppigen Jain-Tempel. Einen davon, den Adinatha-Tempel haben wir besichtigt. Er ist wunderbar erhalten und wird sichtlich gepflegt. Man kann sich nicht satt sehen an all den Details, dem Licht und der Architektur. Beat ist mit dem Jain-Hohepriester dabei in Kontrakt gekommen und hat ihn mit der Frage, ob er ein Mönch sei, schon beinahe unverzeihlich beleidigt. Aber nachtragend war er nicht: der ‘busy man’ hat mit einem neuseeländische Pärchen und uns gleich eine kurze Tour durch dem Tempel gemacht und für uns ein Mantra gesprochen. Ein riesiger Unterschied zwischen dem geschäftstüchtigen Hindu-Priester in Pushkar und dem energievollen Priester hier. Und vor allem wurden wir nicht einer Gehirnwäsche unterzogen.

Auf der anschließenden Strecke kamen die Stoßdämpfer unseres TATA’s wieder tüchtig zum Einsatz. Und da dies das Lesen auf dem Rücksitz mächtig erschwerte, können wir unsere Aufmerksamkeit der Landschaft widmen.

Ungefähr eine Stunde vor Jodhpur verkalkulierte sich ein angetrunkener Motorradfahrer, fuhr in unseren Wagen rein und stürzte. Trotzdem, dass dieser ungeschützt war (Helm und Motorrad-Klamotten sind ja schließlich was für Beckenrandschwimmer), kam er nur mit ein paar Prellungen davon. Beide Fahrzeuge trugen einen Blechschaden und die Lenker einen Schock davon. Hier wird in einem solchen Fall nicht die Polizei gerufen, sondern nur die “Scherben“ aufgewischt. Zudem ginge ein Verfahren viel zu lange und mit welchem Erfolg ist eine andere Frage, da wohl kein Geld vorhanden ist.

Die restliche Strecke konnten wir nicht mehr ganz so entspannt dem Verkehr und dem Fahrstil zuschauen. Aber Gulab (unser Fahrer) brachte uns wie gewohnt sicher ans Ziel. :-)

Tag 8 – Von Pushkar nach Udaipur

Die Fahrt nach Udaipur versprach anstrengend zu werden: 6 Stunden Autofahrt – indische Verhältnisse versteht sich. Also, wenn eine Kuh auf der Straße steht, dann heißt es nicht, dass sie sich wegbewegt. Meistens bleiben sie stehen und fühlen sich dabei pudelwohl. Oder wenn ein Laster mit tonnenschweren ungesicherten Marmorblöcken seine Fracht auf der Autobahn verliert. (Ein Marmorblock lag z.B. auf unserer Fahrbahn.) Fahrbahn ist hier auch ein sehr dehnbarer Begriff: Es wird genutzt was zur Verfügung steht und Schlaglöcher sind an der Tagesordnung. Wer sich da an Kuba erinnert fühlt, liegt richtig. 😉

Was an Udaipur schon bei der Anfahrt auffällt ist, dass Udaipur’s Straßen ungewöhnlich sauber sind. Nicht überall, aber vielerorts.
Nach unserer Ankunft erholten wir uns erstmals in unserem Zimmer und verließen dieses erst als der späte Nachmittag anbrach. Es galt auch hier die Stadt kurz zu erkunden und die Stimmung (super Lichtverhältnisse) einzufangen. 🙂

Tag 5 – Von Agra nach Jaipur

Heute trafen wir unseren Fahrer Gulab wieder. Gerädert aber transportfähig gings los.

Nach knapp einer Stunde machten wir Zwischenstation in ‚Fatepur Sikri‘, der ersten Hauptstadt des Mogul Akbar. Die Anlage ist wirklich groß und beinhaltet neben der Moschee auch den ehemaligen Palast. Wir starteten in der Moschee, wo man auf Schritt und Tritt von tüchtigen Verkäufern und verkannten Reiseführern verfolgt wird.

Ein ‚Guide‘ heftete sich so penetrant an uns und versicherte, dass er nicht nach Geld fragen wird, dass wir es einfach mal austesten mussten. Also ließen wir uns von ihm führen. Nach knapp einer halben Stunde waren wir mit der Moschee durch und es zeigte sich, wie einfach das Spiel geht: Er hätte uns nun alles gezeigt und wenn wir uns dadurch besser fühlen, können wir ihm etwas geben. *lach* Na, und weil uns schließlich wirklich das schlechte Gewissen plagen würde, gabs 50 Rupien (umgerechnet ~ 1 CHF).
Für den Palast selbst reichte dann die Zeit und unsere Kondition nicht mehr aus. Mit einer hartnäckigen Postkarten-verkaufenden Gruppe Kinder im Nacken verließen wir Fatepur Sikri.

Weiter gings nun nach Jaipur – The Pink City.
Im Hotel angekommen hieß es für uns Bettruhe. Und die hatten wir nötig.

Nach ein paar Stunden Schlaf erkundeten wir unserem Stadtteil zu Fuß und mussten schnell feststellten, dass es hier genauso laut war, wie bisher überall. 🙂
Nach einem guten Glas Chai suchen wir in der Innenstadt nach einem Elektronik Geschäft, welches für Beat Casio Kamera ein Ladegerät verkauft. Fehlanzeige. Dafür wurden wir auf dem Rückweg bezüglich einheimischer Kost fündig: wir schnappten uns ein paar ‚Probiererli‘ von indischen Süßigkeiten, die wie am Abend im Zimmer verköstigen. Mmmmmh!

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