Schlagwort-Archiv: Weltkulturerbe

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Tag 61 bis 64 – Siem Reap (Angkor Wat)

Am ersten Morgen in Siem Reap starten wir den Tag mit einem Frühstück. Da die umliegenden lokalen Restaurants für uns Ausländer die Preise verdoppeln, entscheiden wir uns für ein überteuertes Frühstück im Hotel.

Danach starten wir die Besichtigung von Angkor. Mit einem Tuk Tuk – die gleichen hier eher einer Kutsche – geht es los in Richtung Eingang. Wir lösen ein Ticket für drei Tage, was uns 40$ kostet, aber die Anlage entschädigt den Betrag mit vielen massiven Tempeln. Und das Geld wird sinnvoll investiert, denn seit meinem letzten Besuch wurde fleissig restauriert.

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Tag 47 bis 49 – Luang Prabang

Heute und morgen gilt es ein Busticket nach Vientaine zu organisieren und danach die nähere Umgebung zu erkunden.

Da der morgige Sleeping VIP Bus bereits ausgebucht ist und eine 9-stündige Fahrt sitzend nicht wirklich angenehm ist, entschliessen wir uns das Ticket für übermorgen – den 28. Dezember – zu kaufen. Wir erhalten wir die gewünschten Plätze vorne im unteren Stock und erhoffen uns so eine angenehmere Fahrt.

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Tag 42 – Luang Prabang

Wie auch in Thailand wollten wir Laos gebietsweise per Motorrad erkunden. Ziel war nun ein geeignetes Motorrad zu finden und zu mieten.

In Luang Prabang findet man etliche Roller Vermietungen, doch nur wenige bieten Maschinen mit 150cc und mehr an. Und man muss vorsichtig sein, denn es ist verbreitet, dass Roller geklaut werden – nicht selten von den Vermietungen selbst. Der Kunde muss dann dafür aufkommen und tief in die Reisekasse greifen. Gemäss Beats Recherchen fanden wir dann eine vertrauenswürdige Vermietung nahe dem Zentrum mit dem Namen KPTD. Da der Andrang ziemlich gross war und die ganze Sache eher wie eine Abfertigung vonstatten ging, beschlossen wir unserem Bauchgefühl folgend unsere Pläne zu ändern und Plan B anzuvisieren: das Dorf Muang Ngoi Neua.

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Tag 41 – Von Nong Khai via Vientiane nach Luang Prabang in Laos

Ein etwas längerer Tag wartet auf uns, sofern alles nach Plan verläuft. Wir werden in Nong Khai die Grenze zu Laos passieren, dort lassen wir uns evtl. ein Visa ausstellen – wir Schweizer dürfen wie die angrenzenden Nachbarn auch bis 15 Tage ohne Visum ins Land – und weiter in die Hauptstadt und dort einen Bus in den Norden nehmen.
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AzureWindow

Rückblick erste Woche

Wir haben die erste Woche gemeistert und sind brav zur Schule gegangen. Wie sich herausgestellt hat ist die Schule relativ gross und im Moment auch gut gefüllt. So gut, dass es auch Nachmittags Klassen gibt. Die Einteilung basiert aufgrund des Levels und man hat darauf keinen Einfluss wie es heisst. Wir haben Glück und können die Morgenklasse besuchen. Sonst hätten wir einiges schwänzen müssen da wir einiges geplant haben.

Am Montag gab es die “Welcome Party” der Schule. Standesgemäss in der Ausgehmeile von Malta, in Paceville. Hier kann man sich mehr oder weniger täglich ordentlich die Kante geben. Die Klubs sind bis tief in die Nacht geöffnet und mit Studenten besetzt die wohl am nächsten Tag die Schule nicht betreten werden.

Nun meine Lehrerin fragt fast täglich, ob es irgendwelche Partys gab, da die Klasse recht spärlich besetzt ist. Von möglichen 13 Studenten sind anfangs ca. 5 anwesend und mit etwas Glück sind es 10 bis zum Ende der Schulstunden. Der Vorteil daran ist, dass die Theorie so mehrfach repetiert wird. Der Unterricht setzt logischerweise auf dem Vortag auf und da meist nur die Hälfte anwesend war, wird es erneut erklärt. Allerdings wird es nach dem vierten Mal doch irgendwie nervig.

Da wir ja nun per Auto unterwegs sind, liegt alles irgendwie näher. Parkplätze gibt es reichlich und meistens ohne Gebühren. Einzig in der Hauptstadt Valetta und dem stark besiedelten und Hotelreichen Sliema sind Parkplätze Mangelware.

Die Stadt Mdina wird auch “the silent city” genannt. Und tatsächlich ist es hier irgendwie geheimnisvoll ruhig. Mag allerdings auch damit zu tun haben, dass hier nur wenige Autos unterwegs sind und sich dadurch der Adrenalin-Spiegel absenkt, da hier keine Gefahr droht.

Wir geniessen die Ruhe jedenfalls und spazieren durch die Stadt mit den hohen Mauern. Von aussen unterschätzt man die Grösse, da die Stadt irgendwie in den Hügel hineingebaut würde. Was wohl in vergangenen Jahrhunderten manchem Angreifer die Pläne durchkreuzt hat.

Ein Tempel, den ich bei meinem letzten Tripp im 2006 nicht gesehen habe, ist das Hypogeum. Da pro Stunde nur 10 Personen den Tempel betreten dürfen, haben wir die Tickets schon 5 Monate im Voraus gekauft. Ein weiteres Unesco Weltkulturerbe. Ein ca. 5000 – 6000 alter Tempel mitten in einem Wohnviertel. Wir durften selber keine Bilder machen. Da der Rundgang begleitet ist, wird dies auch kontrolliert.

Das Wochenende haben wir dann auf der Schwester-Insel Gozo verbracht, in der Bucht Xlendi. Ein traumhafter Ort: schön, ruhig mit Sicht aufs Meer. Nur morgens ist hier wirklich was los. Dann wenn die Taucher die Strassen verstopfen, um die Höhlen in der Bucht oder per Boot einen benachbarten Divespot zu betauchen. Wir müssen leider aufs Tauchen verzichten. Ich bin leicht erkältet und Franziska verbringt den ganzen Samstag im Bett.

Am Sonntag, auf dem Rückweg nach Malta, schauen wir noch beim Azure Window vorbei. Ein natürlich entstandenes Loch im Felsen. Von diversen Postkarten, wissen wir welchen Wellen dieser Fels standhalten muss – oder eben wie das Loch langsam ausgearbeitet wurde. Wir können das Loch aber bei wunderbarem Wetter abbilden. Obwohl es reizt auch mal hier zu sein, wenn es ordentlich stürmt. Die Taucher, die hier ebenfalls unterwegs sind, wären sicherlich nicht sonderlich “amused” mit Wellen von fünf Meter höhe.

 

Malta-Honda

Tag 2 – Erkundungstour

Da wir ja nicht wie erwartet in St. Julian gelandet sind, haben wir uns von der Vermieterin ein Fahrzeug vermitteln lassen. Das Ganze glich einer Geheimdienst-Aktion. Die Übergabe des Mini-Wagens fand auf einer Tankstelle beim Flughafen statt. Der Vermieter? Nicht anwesend, sondern gerade auf See und sein Mobile kaum Empfang. Den Schlüssel bekommen wir von einem Security-Mann. Er weiss zwar selber nicht wirklich mehr, aber er scheint Sergio (den Fahrzeughalter und Vermieter) und auch dessen Vater zu kennen. Immerhin werden die Informationen meines Führerausweises auf einem Fresszettel notiert. Uns soll es recht sein, wir sind per sofort mobil.

Kurzer Check der diversen vorhandenen Beulen und dann schnell die wichtigsten Hebel und Knöpfe erklären lassen. Ich sitze zum ersten Mal am Steuer eines links-geschalteten Mietfahrzeuges. Schalten mit links, das sollte ich problemlos hinkriegen, aber ich vertauschte öfter Blinker und Scheibenwischer. Das wird wohl noch länger dauern. So brausen wir los Richtung Ħaġar Qim, um mehrere alte Tempelanlagen zu besichtigen. Die sollen gemäss Guide zwischen 3600 bis 2500 vor Chr. gebaut worden sein. Aber die sind nicht nur alt, sondern auch gross. Man geht davon aus, dass sie teilweise sogar dreistöckig waren.

Anschliessend versuchen wir uns in der Kunst des Kartenlesens. Naja klappt nicht auf Anhieb, aber die Insel ist nicht wirklich gross genug, um sich verfahren zu können. Wir kommen so aber auch dazu eine Aussage unseres Reiseführers am eigenen Leib zu erfahren: Irgendwo stand, dass beim Eintritt Maltas in die EU die Strassen überprüft wurden. Das Resultat ergab, dass nicht mal 1% der Strassen dem EU-Standard entsprechen. Wir kommen jedenfalls mehrmals während unserer Tour auf die Ferien in Kuba zu sprechen. Auch da gab es üble Strassenabschnitte.

Jedenfalls finden wir den Weg nach Rabat und Mdina. Was wir da allerdings nicht finden ist ein freier Parkplatz. Rabat ist nicht etwa der Name der grössten Einkaufsmeile mit den besten Vergünstigungen, es bedeutet auf Malti “Vorort” und zwar der alten Festungsanlage Mdina. Früher mal Hauptort auf Malta und schon die Römer sollen hier gewesen sein. Nun auch wir werden mehr darüber erfahren, aber wohl erst beim nächsten Besuch.

Da sonst keine weiteren Sehenswürdigkeiten auf der Tagesliste standen, haben wir den Rest der Zeit genutzt den Wagen auszufahren und den Norden zu erkunden. So sind wir quer durch die Insel gefahren, um den grössten Strand an der Mellieha Bay zu besuchen. So haben wir dann einen Teil der Insel kennengelernt und werden morgen früh die Schulbank drücken.

Fazit des heutigen Tages: Mit einem eigenen Fahrzeug sind Erkundungstouren einiges angenehmer und einfach. Der Fahrstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich glaub, ich hab mich schon fast daran gewöhnt. Ausser dass ich noch regelmässig mit eingeschaltetem Scheibenwischer abbiege.

 

Tag 32 – Mumbai (Elephanta Island)

Da wir gleich beim “Gateway to India”, einem Hafen von Mumbai, abgestiegen sind, wollen wir die Gelegenheit nutzen, um ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe zu besichtigen. Es handelt sich dabei um einige weiteren Höhlen auf einer Insel, ca. 9 km von Mumbai entfernt.

Mit dem ersten Schiff machen wir uns auf den Weg dorthin. Überraschenderweise kommen wir ohne Probleme zu einem Ticket und finden das entsprechende Schiff auf Anhieb. Gemäss Lonely Planet soll es in Mumbai von zwielichtigen Gestalten nur so wimmeln. Die schienen heute alle frei zu habe. Uns soll es recht sein.

Kurz vor der Abreise habe ich noch mein iPad mit ein paar Infos über die Höhlen geladen. Wie sich herausstellt gibt es zwar auch hier einige Höhlen, aber nur eine ist wirklich spannend. Es handelt sich bei den Höhlen um Hindu-Tempel.
Die Haupthöhle ist dem Gott Shiva gewidmet. Shiva wird in verschiedenen Rollen dargestellt. Gemäss Guide ist Shiva im Westen hauptsächlich als Gott der Zerstörung bekannt, dies ist jedoch nur eine Seite. Er hat auch eine romantische Seite, so sieht man ihn in mehreren Abbildungen auch mit seiner Frau Parvati.
Gemäss Wikipedia ist sie die Schwester der Göttin Ganga (auch bekannt unter dem Namen Ganges in Form eines Flusses) und der gemeinsame Vater ist Himalaya.

Nach der Haupt-Höhle besichtigen wir noch den Hügel sowie ein paar andere Höhlen. Mit Ajanta oder Ellora können sie nicht mithalten, aber gemütlich ist es allemal. So sind denn auch viele Familien hier zum Picknicken.

Auf der Insel gibt es aber auch organisierte Gangs. Sie haben sich auf Wasserflaschen spezialisiert. So werden wir Opfer eines heimtückischen Diebstahls. Franziska stellt unsere Wasserflasche für einen Augenblick auf eine Mauer und dreht sich kurz um. Nur einen Moment später ist die Flasche auf dem nächsten Baum in den Händen eines kleinen Äffchen.
Wie sich herausstellt scheint das Kerlchen mit Wasserflaschen Übung zu haben. Ein kleiner Biss und schon trinkt es den Rest aus der Flasche.
Auf dem Rückweg sehen wir dann einen weiters Gang-Mitglied. Dieser stellt sich noch schlauer an und schnappt sich gleich eine offene Flasche.

Am Nachmittag wollen wir einen Kinofilm anschauen der gerade angelaufen ist. Ein Bollywood-Star spielt mit und so ist es recht schwierig Tickets zu bekommen. Daher versuchen wir unser Glück in einem Kinokomplex.
Wir sind zwar nicht die einzigen, die da für Tickets anstehen, aber haben Glück. Die nächste Vorstellung ist praktisch ausverkauft, aber jemand möchte 2 Tickets zurückgeben und so kommen wir in die nächste Vorstellung und auch noch zu guten Plätzen.

Der Film dauert 179 Minuten und nur auf Hindi, ohne Untertitel. Da er aber in London spielt und die Inder häufig englische Begriffe verwenden, bekommen wir zwischendurch etwas mit. Aber es klingt schon witzig.
Es gibt natürlich einen Helden, einen richtig coolen Bombenentschärfer, der Singen und natürlich Tanzen kann. Es ist aber kein typischer Bollywood Film, es wird zwar getanzt und gesungen, aber nur wenig. Aber noch wichtiger, in indischen Filmen wird eigentlich nicht geküsst. Dieser Film stellt da eine Ausnahme dar, es gibt Küsse und sogar eine erotische Szene. Das ist daher ganz witzig, dass es meiner Sitznachbarin sichtlich peinlich ist. Sie schaut ganz betreten weg und verdeckt ihre Augen. Wird sicherlich bei einigen zum Thema werden, aber ich finde es ganz witzig.
Die Geschichte ist aber für uns nicht ganz einfach zu verstehen und am Schluss sind wir uns denn auch nicht ganz einig was alles los war. Aber wir hätten was verpasst, wenn wir das nicht ausprobiert hätten. :)

 

Tag 30 – Aurangabad (Ellora Höhlen)

Die heutige Autofahrt hat nicht ganz so lange gedauert wie gestern. Ellora liegt nur ca. 30 km entfernt.
Gemäss Lonely Planet können die Höhlen ab 9 Uhr besichtigt werden. Wir treffen 15 Minuten früher ein und stellen fest, dass die Tore wohl schon früher aufgehen. Es ist noch nicht viel los und wir beginnen mit den neusten Höhlen. Naja, auch diese sind schon 1200 Jahre alt.
Diese Höhlen wurden zwischen dem 5. und 10. Jahrhundert gebaut und sind vermutlich mitschuldig, dass diejenigen von Ajanta an Bedeutung verloren haben.

Die Höhlen von Ellora sind schön verteilt über eine Strecke von 3 Kilometern. Höhle 1 – 12 wurden von Buddhisten erstellt, 13 – 29 von Hindus und 30 – 30 sind Jain-Tempel.
Auch in diesen Höhlen wurde gelebt, praktiziert, gelehrt oder gebetet.

Im Gegensatz zu den Höhlen von Ajanta wurde hier mehrstöckig gemeisselt. Es gibt mehrere Höhlen mit drei Stockwerken. Auch in der Grösse unterscheiden sie sich, es gibt hier riesige Höhlen. Zudem sind einzelne miteinander verbunden, so dass man während des Monsuns trockenen Fusses von Höhle zu Höhle gehen könnte.
Eine Höhle ist eigentlich weniger eine Höhle, mehr ein Palast der aus dem Felsen rausgeschlagen wurde. Eine riesige Fläche und alles bis auf das Gebäude (mit mehreren Stockwerken) wurde stehen gelassen. Auch und natürlich ein paar Türme und Statuen.

Wir besichtigen heute nur die wichtigsten Höhlen. Einige wurden nie fertiggestellt oder sind nicht sonderlich spektakulär. Naja bei 34 Höhlen mit teils mehreren Stockwerken, kann man nachlässig sein.

Da wir das Frühstück ausgelassen haben, sind wir nach den 5 Stunden Besichtigung entsprechend hungrig. Zum Glück gibt es überall, wo solche Massen an Touristen aufkreuzen, genügend Futter.

Auf dem Rückweg von Ellora, schauen wir noch beim sehr schlichten Grab des letzten Moguls Aurangazeb vorbei.

Mir brummt von der Hitze schon der Schädel und so setze ich die nächste Runde aus. Während ich mir bei einem Chai versuche zu entspannen, besichtigt Franziska noch das Fort von Daulatabad, welches ebenfalls auf dem Rückweg liegt.
Dafür werde ich noch Zeuge eines Auffahrunfalls. Erstaunlich wie viele Schaulustige hier innert Sekunden zusammenkommen. Der Verkehr steht ordnungsgemäss für einen Moment still, aber irgendwann steht jemand auf der Strasse und versucht den Verkehr zu regeln, da eine Spur blockiert ist. Es funktioniert tatsächlich, obwohl die Zeichen, die er gibt, so ziemlich alles bedeuten könnten. Ich staune immer wieder. Incredible India!

Danach lassen wir uns zum Flughafen bringen. Der Flug geht relativ pünktlich und so landen wir um ca. 21.45 in Mumbai. Um die üblichen Taxi-Schlepper zu umgehen, besorgen wir uns ein Prepaid-Taxi. Nur ist draussen nicht wirklich beschriftet, wo diese zu finden sind. Jedenfalls brauchen wir einen Moment, um zum richtigen Ort zu gelangen. Die Taxis gehören sicher nicht zu den besten Fahrzeugen der Stadt. Unseres ist auch noch relativ klein und hat sowas wie einen Wasser-Beuler geladen. Somit muss das Gepäck auf den Beifahrersitz. Die Fahrt dauert relativ lange für den Preis den wir bereits am Flughafen bezahlt haben, aber kurz nach 23 Uhr sind wir am Ziel.
Dann überrascht uns der Fahrer mit seiner Dreistigkeit. Er möchte bezahlt werden. Da ich ihm wirklich noch kein Geld gegeben habe, bin ich kurz versucht mein Geld hervorzuholen. Dann fällt mir aber ein, dass ich den Betrag ja schon am Flughafen entrichtet habe und er dafür eine Quittung erhalten hat. Ja, wir sind definitiv nicht mehr in Goa.

 

 

Tag 29 – Aurangabad (Ajanta Höhlen)

Pünktlich um 7:45 steht unser Taxi bereit. Wir wollen in das ca. 100km entfernte Ajanta, um dort einige Höhlen zu besichtigen.
Dort gibt es 30 Höhlen, welche zwischen 200 v.Chr. bis 600 n.Chr. in die Felsen gehauen wurden. Es wird davon ausgegangen, dass pro Höhle 30 Jahre gemeisselt wurde. Die Höhlen sind in unterschiedlichem Zustand, in einigen sind die Zeichnungen an den Wänden noch relativ gut erhalten, wenn man bedenkt, dass diese bereits 1500 Jahre alt sind.

Andere Höhlen wurden nie fertiggestellt. Der Buddhismus hat irgendwann an Einfluss verloren und die neueren Höhlen von Ellora gewannen an Einfluss. Dadurch wurden die Höhlen vergessen und erst im Jahr 1819 von einem Engländer wieder entdeckt.
Die Höhlen wurden eine nach der anderen in die Felsen reingehauen. Eine Zuflucht während der rund 3 Monate Monsun. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es überhaupt mal regnet hier, aber mit dem Monsun muss einiges an Wasser kommen, denn hier gibt es auch zwei drei Wasserfälle, wovon sich uns nur einer in Form eines Bächleins zeigt.

Die Reise dahin ist jedenfalls relativ angenehm. Die Strassen sind in einem für Indien guten Zustand und der Fahrer kein unentdeckter Formel 1 Fahrer. Kurz vor Ankunft erhalten wir noch die Gelegenheit unser Frühstück zu uns zu nehmen. Zum Glück kann man sagen, denn die Tour wird länger dauern als gedacht.
Zwar gibt es die Gelegenheit sich in einer Sänfte hin- und hertragen zu lassen, aber abgesehen von ein paar älteren Japanern haben sich nur wenige dafür, sich von Höhle zu Höhle schleppen zu lassen.
Wir gehören zwar irgendwie zu den ersten Besuchern, aber knapp gefolgt von mehreren Reisebussen und Schulklassen voller Kinder. Daher überspringen wir einige der ersten Höhlen und begeben uns in die Mitte, um von da bis ans Ende zu laufen.
Das war eine prima Entscheidung, denn so können wir den Grossteil der Höhlen relativ ruhig besichtigen. Nur bei einigen ist mehr los und dort wird darauf geachtet, dass die Höhle nicht überfüllt wird.

Bei dem Ausmass, welche einige der Höhlen haben, gerät man richtig ins Staunen. Manche Höhlen sind 15 Meter tief in den Fels gehauen und bis 30 Meter breit. Keine Ahnung wie viele Mönche hier zu Spitzenzeiten gelebt haben, aber bestimmt eine Menge, denn viel Besitztümer haben Mönche auch heute nicht. Ich glaube es sind zwei Roben, eine Bettelschale und eine Zahnbürste. Was damals wohl mehr ein Stück Holz gewesen sein dürfte.

Die Zeit vergeht jedenfalls schnell bei all den Besichtigungen. Wir vertreiben uns so 5 Stunden lang bis wir uns zum Restaurant begeben, um unseren Wasserhaushalt in Ordnung zu bringen.
Dann erwarten uns beim Parkplatz noch einige eher aufdringliche Verkäufer. Ja, wir sind definitiv nicht mehr in Goa. Hier reicht ein einfaches “nein” nicht mehr. Und auch die Preise sind wieder auf einem höheren Niveau, zumindest das Einstiegsangebot. Franziska besorgt sich einen kleinen Buddha auf einer Lotusblüte aus Stein gemeisselt. Ursprünglich für 750 Rupien angepriesen, bezahlt sie in einem anderen Shop noch 300 dafür. Auch das ist noch zuviel, denn beim Zahlen wären es nur noch 250, wenn sie zwei nimmt.
Wenn man bedenkt, dass der Verkäufer zu Beginn noch erklärt hatte, dass es sich hierbei um Handarbeit handelt und jemand einen ganzen Tag dafür arbeiten muss etc. etc…
Möglicherweise stimmt einiges sogar, aber dass der überhöhte Preis den wir zahlen schlussendlich auch beim Steinmetz ankommt, das bezweifle ich.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit als wir aufbrechen, ist es bereits etwas dunkler bei der Rückfahrt. Mir kommt ein wenig der Verdacht, dass es Vampire gibt hier in Indien. Denn jetzt scheinen alle bis zur vollständigen Verdunkelung, zuhause sein zu wollen. Jedenfalls wird mehrheitlich so gefahren. Meines Erachtens wird es mindestens zweimal seeeehr knapp, auch wenn unser Fahrer nicht mal mit der Wimper zuckt.

Zurück im Hotel genehmigen wir uns im Restaurant nebenan ein richtig indisches Gericht. Ich lasse mir etwas empfehlen. Vegetarisch, Gemüse und nicht scharf.
Wie sich herausstellt etwas viele Ansprüche, vor allem das “nicht scharf” wird nicht aufgehen. Hier bedeutet es, das Maximum was noch essen kann.
Anfangs wirkt die Crew hier auch recht aufdringlich, immer stehen mindestens zwei eine Armlänge vom Tisch entfernt. Aber bei genauerem Betrachten geben sie sich einfach sehr viel Mühe uns zu bedienen. Am Schluss werden wir sogar, um ein schriftliches Feedback gebeten. Das Essen war absolut in Ordnung und auch wenn die Bedienung etwas irritierend war, so waren sie sehr freundlich.
Zum Abschluss nehmen wir ein Brownie für später und einige hausgemachte Keckse für morgen mit.
Nun wissen wir, dass sie das Backen nicht im Griff haben. Der Brownie schmeckt nach dem üblen Leitungswasser und auch die Keckse schaffen es nicht mehr ins Gepäck. Dort könnte alte Butter ihren Beitrag zur Vernichtung beigetragen haben.

 

 

Tag 5 – von Agra nach Jaipur

Heute trafen wir unseren Fahrer Gulab wieder. Gerädert aber transportfähig gings los.

Nach knapp einer Stunde machten wir Zwischenstation in ‘Fatepur Sikri’, der ersten Hauptstadt des Mogul Akbar. Die Anlage ist wirklich groß und beinhaltet neben der Moschee auch den ehemaligen Palast. Wir starteten in der Moschee, wo man auf Schritt und Tritt von tüchtigen Verkäufern und verkannten Reiseführern verfolgt wird.

Ein ‘Guide’ heftete sich so penetrant an uns und versicherte, dass er nicht nach Geld fragen wird, dass wir es einfach mal austesten mussten. Also ließen wir uns von ihm führen. Nach knapp einer halben Stunde waren wir mit der Moschee durch und es zeigte sich, wie einfach das Spiel geht: Er hätte uns nun alles gezeigt und wenn wir uns dadurch besser fühlen, können wir ihm etwas geben. *lach* Na, und weil uns schließlich wirklich das schlechte Gewissen plagen würde, gabs 50 Rupien (umgerechnet ~ 1 CHF).
Für den Palast selbst reichte dann die Zeit und unsere Kondition nicht mehr aus. Mit einer hartnäckigen Postkarten-verkaufenden Gruppe Kinder im Nacken verließen wir Fatepur Sikri.

Weiter gings nun nach Jaipur – The Pink City.
Im Hotel angekommen hieß es für uns Bettruhe. Und die hatten wir nötig.

Nach ein paar Stunden Schlaf erkundeten wir unserem Stadtteil zu Fuß und mussten schnell feststellten, dass es hier genauso laut war, wie bisher überall. :-)
Nach einem guten Glas Chai suchen wir in der Innenstadt nach einem Elektronik Geschäft, welches für Beat Casio Kamera ein Ladegerät verkauft. Fehlanzeige. Dafür wurden wir auf dem Rückweg bezüglich einheimischer Kost fündig: wir schnappten uns ein paar ‘Probiererli’ von indischen Süßigkeiten, die wie am Abend im Zimmer verköstigen. Mmmmmh!