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Tag 55 und 56 – Pakxe Loop (Bolaven Plateau)

Am nächsten Tag erhalten wir keinen Roller, aber immerhin die Karte für die Tour. Wir schauen weiter und am ersten Ort wird uns zwar ein Roller angeboten, aber der Zustand und die Bedingungen scheinen uns nicht vertretbar. Einerseits ist der Vorderreifen fast ohne Profil und anderseits müssten wir im Falle einer Reparatur dafür aufkommen. Da wir aber nur einen Roller mieten möchten und dem Vermieter nicht die Servicegebühren übernehmen möchten, ziehen wir weiter.

Bei einem etwas verstecktes Guesthouse Nang Noi werden wir dann mehrfach fündig. Wir erhalten beide je einen Roller und zwar in sehr gutem Zustand und das Guesthouse wird auch online wärmstens empfohlen, somit buchen wir gleich eine Nacht für unsere Rückkehr.

Um ca. 9:30 Uhr nachdem wir unser Gepäck deponiert haben, fahren wir los, Richtung Nordosten. Da wir samstags starten, ist wohl nicht sonderlich viel Verkehr, aber dennoch ist einiges los und wir werden von den unterschiedlichsten Fahrzeugen überholt. Da die Route aber nur rund 180 km lang ist, lassen wir uns Zeit und geniessen die Fahrt durch die Landschaft. Es kommt schon auch vor, dass wir unsere Fahrzeuge umdrehen, da einzelne Szenen schon sehr erstaunen. So sehen wir Frühmorgen am Strassenrand einen echten Hahnenkampf. Die beiden Tiere liefern sich einen ziemlichen Fight unter den Zurufen der Jungs, die den Ring bilden.

Die Tour führt uns um und über das Bolaven Plateau. Es scheint wie eine riesige Ebene die irgendwann hochgehoben wurde. Entlang des Plateau gibt es diverse Wasserfälle wobei wir uns nur einige angeschaut haben.

Den ersten Tad Suong sehen wir uns von oben an, wo er ziemlich harmlos aussieht. Erst wenn man etwas über die Klippe schaut, wird klar, dass es da ein paar Meter runtergeht. Aber der eigentliche Grund für den Umweg von der Hauptstrasse ist der Tad Lo Wasserfall. Dieser ist weniger hoch, dafür breiter, es fliesst auch etwas mehr Wasser und sieht definitiv spektakulärer aus. Wir entschliessen uns dann auch gleich hier zu übernachten und machen uns auf die Suche nach einem Bungalow am Wasser. Nach einigen Fehlversuchen erhalten wir dann tatsächlich noch einen freien Bungalow, direkt am Fluss, sogar noch mit Sicht auf den Wasserfall. Bei dem Preis von ca. 7 CHF bin ich überzeugt einen super Deal gemacht zu haben. Erst später stellt sich dann heraus, dass wir kein Lavabo haben und auch das Warmwasser noch nicht angeschlossen ist. Schade zwar, aber nicht weiter tragisch, denn die Aussicht entschädigt ausreichend.

Am nächsten Tag geht’s dann noch etwas weiter nordöstlich bis Beng und danach Richtung Thateng, wo wir uns ein kleines Frühstück gönnen und einem weiteren Hahnenkampf beiwohnen dürfen. Wir vermuten, dass es sich um einen Trainingskampf handelt, denn die Tiere sind ein wenig gepolstert. Und es beruhigt uns auch, dass die Tiere zwischendurch getrennt werden, wenn einer der Hähne die Oberhand zu gewinnen scheint. Tja, andere Länder, andere Sitten.

Gestärkt fahren wir dann südlich nach Pakxong. Viel zu sehen gibt es nicht, aber die Landschaft besticht und wir kommen an diversen Kaffeeplantagen vorbei. Nur einen Kaffee zu bekommen gelingt uns nicht so recht. Erst in Pakxong finden wir ein kleines Kaffee mit einer Kaffeemaschine und kommen zu unserem heiss ersehnten Kaffee. (Das Bolaven Plateau ist das grösste Kaffeeanbaugebiet in Laos und hier wird der allzeit gegenwärtige Dao Coffee produziert.)

Ab Pakxong führt der Weg direkt nach Westen zurück nach Pakxe. Unterwegs gibt es weitere Wasserfälle, wobei wir nur zwei von den vier Erwähnten anpeilen. Der erste Wasserfall Tad Yueng ist der Hammer. Wieder sehen wir den Wasserfall von oben, bzw. den Bach der den Wasserfall ausmacht, aber man darf sich dann auf unzähligen Treppenstufen – wobei keine einzelne bei uns eine Sicherheitsüberprüfung überstehen würde – nach unten begeben. Der Wasserfall ist wie in einem Talkessel eingeschlossen, der wie der Krater eines Vulkans scheint. Die Steine sind entsprechend auch schwarz. Wirklich etwas das die Anstrengung – und die “Gefahr” des Abstiegs – Wert sind.

Den letzten Wasserfall dieser Tour den Tad Champi können wir fast alleine besichtigen. Nur einzelne andere Touristen verirren sich hierher. Kein Wunder, denn die Strasse verdient es nur knapp als solche bezeichnet zu werden. Es braucht Zeit und Geduld die Schlaglöcher zu umfahren.

Den Rest des Rückwegs nehmen wir ebenso gemütlich und freuen uns zu Recht auf eine warme Dusche in einem schönen und sauberen Zimmer im Nang Noi. Für die Weiterreise kaufen wir uns dann an der Reception gleich noch zwei Tickets runter zu den 4000 Islands bzw. nach Don Det für 60’000 Kip.

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Beat Hildebrand

Beat Hildebrand

Teilzeit-Reisender
"Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf." Oscar Wilde (1854 - 1900)
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2 Gedanken zu „Tag 55 und 56 – Pakxe Loop (Bolaven Plateau)“

  1. Sali mitenand, ja wir geniessen den Kaffee jeden Tag. Aber euere Bilder vom Wasserfall super. Den Lastwagen werde ich Fredi noch zeigen. Gruess us de Heimat Heidi, Fredi und Mami

    1. Es gibt hier schon ein paar Fahrzeuge die es in der Schweiz nicht durch eine Kontrolle schaffen würden. Und erst die Ladungen … 4 Personen auf einem Roller ist normal, öfters sind es schon auch mal 6.
      Aber dafür sind die meisten rücksichtsvoll und fahren nicht schnell. Gruess Beat

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