Tag 3 – Von Delhi nach Agra

Diesem Tag haben wir mit etwas Bangen entgegen geschaut. Jemand hat uns gestern erzählt, dass bei ihrer Reise nach Agra vor dem Bahnhof alles voller Leute war. Überall nur Reisende und ihr Gepäck.

Zudem fuhr unser Zug von einer anderen Station und es gab bloss noch Tickets für die dritte Klasse. Aus diesem Grund haben wir uns den Bahnhof am Vortag kurz zeigen lassen und die wichtigsten Tipps im Lonely Planet nachgelesen.

Um 6.30 klingelt der Wecker, um 7.10 verlassen wir das Hotel besteigen ein Tuktuk, bekommen einen anständigen Preis und um 8.00 sind wir bereits am Bahnhof, wissen welches Gleis und sogar in welchem Wagen wir sitzen werden.

Keine Typen die uns zusätzliche Gebühren abluchsen wollen oder Gepäckträger welche uns wegen dem Gepäck bedrängen.

Der Wagen in welchem wir sitzen kann sicher nicht mit unserer SBB mithalten, aber man kann hat Platz und die Decke ist mit Ventilatoren ausgestattet.

Doch weit und breit sind wir die einzigen Touris was teilweise schon ungläubig aufgenommen wird und wir haben gelernt, dass Kopftücher durchaus ihre Vorteile haben. Vor allem gegen photographierende Stalker, wie wir sie häufiger treffen, können die ganz nützlich sein.

In Agra angekommen gehts ganz einfach zum Prepaid-Taxi, wo wir noch auf der Fahrt zum Hotel die üblichen Angebote erhalten: Taxi, Guide, Hotel, Weiterreise. Da wir das alles schon geklärt haben, ist es nach kurzer Zeit relativ still im Fahrzeug.

Das Hotel ist top und die ersten Leute die wir in der Lobby treffen sind aus …. “der Schwyz”. Klares Zeichen, dass wir zuviel bezahlen, aber es ist gemütlich und wir wollen hier nochmals ausspannen bevor es auf die Tour geht.

Agra hat ausser dem Taj Mahal nicht sehr viel mehr zu bieten. Da gibt es noch ein Fort Agra und ein anderes Taj. Danach ist schon ziemlich alles Sehenswerte durch.

Das Fort ist riesig und der Mogul Akbar, der das Teil bauen liess, hatte Geschmack. Muss an der Familie liegen, denn sein Enkel Shah Jahan war es, der das Taj Mahal in Auftrag gab. Das Grabmal für seine geliebte zweite Frau, welche bei der Geburt des 14. Kindes starb. Shah Jahan lebte bis zu seinem Tode im Fort, das letzte Jahr allerdings als Gefangener seines Sohnes. Ob es auch daran lag, dass er mit Opium-Pfeifchen rumexperimentiert hat wie sein Papa, können wir nicht abschliessend beantworten. Doch die Familie scheint sehr traditionsbewusst gewesen zu sein: Guter Geschmack und den Vater im Palast unter Hausarrest setzen.

Das spektakulärste am Fort war allerdings unser Guide. Der Typ hat mich mit seinem texanischen indisch Englisch echt umgehauen. Dazu kam auch noch der Gang von John Wayne. Einmalig! Hätte gerne eine Hörprobe aufgenommen und online gestellt. Aber das muss man live erlebt haben. Keine Ahnung wie er sich den Slang antrainiert hat, aber vielleicht erlebt J.R. mit der Serie “Dallas” in Indien ja ein Revival?!

Dann noch kurz ins Taj Mahal um die Abendstimmung einzufangen. Ganz alleine waren wir ja nicht. Es gibt einige Regeln, die man beim Betreten beachten muss: Erst wird man gefilzt, dann der Rucksack gescannt und nach Lebensmitteln, Rauchzeug etc. durchsucht.

Handys und andere Geräte seien innerhalb auch nicht erlaubt, aber sogar mein Ipad durfte mit. Und ist dann mal die Sicht frei auf das weltweit meist photographierte Objekt (hab ich kürzlich gelesen), sieht man, dass nicht nur mein Handy rein durfte.

Ausserdem leide ich unter Trennungsschmerz. Meine Kamera hat sich verabschiedet, der Akku ist leer und ich schaffe es nicht das Ding aufzuladen. :-(

Eine Akkuladung soll für bis 1’000 Bilder ausreichen und meiner ist nach 100 leer. Aber das letzte Bild ist das Taj Mahal, immerhin.

Nach diesem langen Tag haben wir uns vom Lonely Planet ein Restaurant Namens Dasaprakash vorschlagen lassen. Südindisches vegetarisches Essen und der heimlichen Hoffnung, dass ich mal an eine nicht so scharfe Mahlzeit komme.

Naja eine der 5 Saucen war übermässig scharf, aber der Rest echt der Hammer. Haben uns auch getraut hier mal frische Fruchtsäfte aus zu probieren. Essen und Getränke sind preislich sicherlich über dem Durchschnitt, aber man hat uns bei der Auswahl beraten und anschliessen gab es eine Anleitung, wie man das isst. Natürlich von Hand, aber unsere hungrigen Mägen haben uns schnell aufgeben lassen.

Tag 2 – New Delhi

Heute hatten wir unseren eigenen Fahrer, da wir uns für eine Rajastan Tour Extended entschieden haben. Wir werden Rajastan per Auto bereisen. Etwas widerwillig, da wir ja auf Luxus möglichst verzichten wollen.

Jedenfalls haben wir den Fahrer für einen Schnuppertag bekommen und das just eine Stunde bevor wir an einen zweistündigen Walk durchs New Delhi Bahnhofsquartier teilnehmen wollten. Planung ist das halbe Leben – aber was solls, man soll uns die Schweizer Mentalität nicht gleich auf Anhieb ansehen :)

Der Salaam City Walk wird von einer Organisation durchgeführt, welche sich um verloren gegangene oder gestrandete Kinder kümmert. Sie sorgt für Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren indem sie diesen Nahrung sowie ärztliche Versorgung zur Verfügung stellt. Freitags dürfen die Kinder auch mal in die Flimmerkiste starren.

Oder sie entscheiden sich dafür in einem Heim nach gewissen Regeln zu leben. Als Lockangebot dürfen sie da jeden Tag in TV gucken.

Die Gründe warum die Kinder ihr zuhause verlassen, sind genauso abenteuerlich wie die Reise selbst. Von prügelnden und alkoholsüchtigen Eltern mal abgesehen ist es bei den Jungs der Wunsch als singender und tanzender Bollywood-Star über die Leinwand zu schnulzen. Die Mädels zeigen sich hier eine Spur erwachsener. Sie laufen weg, weil der Papa die Mitgift wohl nicht aufbringen kann und will der Familie so die Schmach ersparen.

Jedenfalls kriegt man auf der Tour einiges zu Gesicht und auch vor die Linse, obwohl wir nicht überall fotografieren dürfen. Alleine würde man sich in den engen Gassen völlig verirren. Ausserdem fühlt man sich als Tourist nicht sonderlich wohl, denn es wirkt alles heruntergekommen, schmutzig und von Abfall überdeckt. (Zumindest wenn man noch 48 Stunden vorher die Bahnhofstrasse in Zürich gesehen hat.)

Ganz so schlimm ist es dann aber doch nicht. Die Leute die hier Leben scheint es jedenfalls nicht zu stören. Und wir können so einen Blick auf die Armut werfen, die sich in den Gassen hinter den Backpacker Lodges abspielt

Die grösste Ernüchterung ist wohl die, dass es kaum einen Ausweg aus diesem Sumpf gibt. Wohl nur natürlich für uns Schweizer, zu überlegen wie man das anstellen könnte. Etwas sparen, um sich irgend ein kleines Business leisten zu können. Dann weiter sparen bis zum dicken Bankkonto (oder natürlich Postkonto). Aber genau da scheitert es. Wer auf der Strasse lebt hat kein Konto und kriegt auch keins. Alles was gespart wird, ist am Morgen nicht mehr da. Also leben sie von Tag zu Tag und falls am Abend noch was übrig ist, dann wird es in Dinge investiert die sicher nicht der Gesundheitsvorsorge dienen.

Dank dem Salaam Baalak Trust bleibt dies so manchen Kindern erspart. So wird uns am Ende der Tour dann auch ein kleines Happy End beschert. Fünf Erfolgsgeschichten von ehemaligen Kindern die durch das Heim ein neues Leben starten konnten. Von Studium, über professionelle Ausbildung zum Fotografen mit Ausstellung in New York bis zu einer Rolle in einem Bollywood-Film

Nach dem Haufen Informationen brauchen wir Nahrung, erst für den Bauch, dann für die Linse. Also erster Test für unseren Fahrer “Gulab”: Nahrungszufuhr! 10 Minuten später sitzen wir in einem schummrigen Lokal mit zu lautem Techno-Background und überhöhten Preisen. Draussen waren wir definitiv schneller wie drinnen. (Tourist Trap #2 erfolgreich abgewendet)

Ob der Fahrer unser anschliessendes Gespräch ernst genommen hat, wird sich noch zeigen. Aber vermutlich nicht, denn die Preise in der Gegend seien enorm hoch, obwohl er nie da essen würde und wir im Kaffee daneben einen top Cappuccino bekommen haben.

Im Humayuns Grab einer Delhi Variante des Taj Mahal wurden wir dann mit etwas Ruhe und unsere Kameras mit guten Objekten belohnt. Ein traumhafter Park mit eben einem muslimischen Grabmal.

Danach kurz zum roten Fort um zu erfahren, dass es montags geschlossen ist und dann in die “wohl schönste Moschee” in Delhi. Da wir nur diese gesehen haben, ist das relativ schwer zu sagen, aber mächtig ist das Ding allemal.

Allerdings sehr wohl fühlt man sich nicht in der Gegend. Girls sind hier eher selten und die Jungs sind mit ihren Handykameras ziemlich aufdringlich, wie Franziska dies erfahren musste. Speziell auch der Ziegenmarkt und Ramschverkauf am Ausgang der Moschee. Man kriegt alles mögliche von Essen, Kleider, Souvenir bis eben Ziegen. Eine ganze Menge davon.

Danach haben wir etwas Ruhe verdient und liessen uns in der Backpacker Gegend aussetzen, um den Abend bei indischem Essen zu beschliessen.

 

Endlich gehts los

Nach elf Monaten warten ist es nun so weit. Wir sind gerade von Franziska’s Eltern am Flughafen abgeladen worden, haben das Gepäck “am Business Schalter” aufgeben dürfen (soweit gefällt uns das Reisen mit Turkish Airlines).

Nun noch den letzten “Soja-Chai Tea Latte” im Starbucks geniessen und diesen ersten on-tour Blog Eintrag schreiben.

Um 11:30 gehts auf nach Istambul und dann weiter bis Delhi. Geplante Ankunft irgendwann 4 Uhr Ortszeit, wo jemand mit einem Namenschild auf uns wartet.

Wir sind jetzt schon gespannt, ob das Namensschild wirklich auf uns wartet oder ob es neben einem Bett liegen geblieben ist – zusammen mit seinem Überbringer.

Nun das wird sich in etwa 14 Stunden zeigen. Erst mal Filme schauen ohne Ende und vielleicht auch zwischendurch den Reiseführer durchblättern.

to be continue …

Indien Blog – Neues Objektiv

Langsam rücken die Indienferien in greifbare Nähe – unser innerer Countdown zählt nun nicht mehr die Wochen, sondern die Tage :-).
Als Belohnung für das lange Warten und auch um meine Kameraausrüstung auf Vordermann zu bringen, habe ich mir heute ein neues Objektiv angeschafft. Canon EF 24-105mm IS USM – und obwohl ich keine Vollformatkamera habe (man denkt ja an die Zukunft ;-)), werden wir uns sicher gut verstehen.

Jetzt ist eigentlich nur noch der Visumsantrag offen, den wir diese oder nächste Woche nochmals einreichen.
Ebenso müssen die Reiseführer studiert und das fehlende Material beschafft organisiert werden.

 

Indien Blog – Impfungen

Die ersten Vorbereiten nach dem Buchen der Flüge sind bereits angelaufen…

Nachdem wir unser Visum zurück erhalten haben, weil wir es A) zu früh versendet hatten und B) nicht das richtige Fotoformat (5x 5cm) verwendeten, sind wir jetzt ready für den Versand :-) – nur noch ein wenig Geduld und das Visum ist unterwegs.

Desweiteren steht der Termin im Impfzentrum an. Da müssten wir wohl nur schon eine etwas genauere Ahnung haben, welche Gebiete wir wohl alle zu erforschen gedenken. Aber nein, das wird schon werden.

Indien Blog – Vorbereitungen

Die ersten Vorbereiten nach dem Buchen der Flüge sind bereits angelaufen…

Nachdem wir unser Visum zurück erhalten haben, weil wir es A) zu früh versendet hatten und B) nicht das richtige Fotoformat (5x 5cm) verwendeten, sind wir jetzt ready für den Versand :-) – nur noch ein wenig Geduld und das Visum ist unterwegs.

Desweiteren steht der Termin im Impfzentrum an. Da müssten wir wohl nur schon eine etwas genauere Ahnung haben, welche Gebiete wir wohl alle zu erforschen gedenken. Aber nein, das wird schon werden.

Der Reiseblog von Franziska und Beat